Erstellt am 21. Dezember 2010, 11:31

Aluminiumschlackendeponie in Wiener Neustadt wird geräumt. Die Aluminiumschlackendeponie Berger in Wiener Neustadt wird geräumt: Dies wurde nun nach Bewertung der Variantenstudien als beste mögliche Lösung ermittelt, teilte die Bundesaltlastensanierungsges.m.b.H. (Balsa GmbH) am Montag mit.

 |  NOEN, Franz Baldauf

Die Kosten werden sich voraussichtlich auf 200 Millionen Euro belaufen.

Die BALSA hat im Auftrag des Lebensministeriums den Startschuss für den Projektbeginn gegeben. Nächster Schritt - nach Erstellung des Einreichprojekts - ist das Ansuchen um eine Genehmigung bei den zuständigen Behörden des Landes Niederösterreich. Dann wird das Projekt in einem europaweiten Verfahren ausgeschrieben. Dieser Prozess bis zur tatsächlichen Räumung wird rund zwei Jahre dauern.

Von den 1970ern bis 1994 wurden auf der Deponie rund 680.000 Tonnen Aluminiumkrätzen abgelagert, die damaligen Unternehmen gibt es schon lange nicht mehr. Akute Gefahr bestehe aber nicht - zumindest solange sich die Grundwasserströme nicht ändern. Die Trinkwasseruntersuchungen in Wiener Neustadt waren bisher einwandfrei.

Land und Stadt begrüßen Räumung der Altlast bei Wiener Neustadt

Die von der Balsa angekündigte Räumung der Aluminiumschlackendeponie bei Wiener Neustadt stößt bei der Stadt und dem Land Niederösterreich auf Freude. Bürgermeister Bernhard Müller sprach von einem "Weihnachtswunder". Das Land werde dafür sorgen, dass die erforderlichen Genehmigungen rasch vorliegen, damit eine umweltgerechte und möglichst kosteneffiziente Sanierung so bald wie möglich starten könne, erklärte Umweltlandesrat Stephan Pernkopf.

Nach intensiven Verhandlungen des Landes mit dem Bund sei nun ein Durchbruch für die Sanierung der Aluschlacken-Altlast gelungen. "Auch wenn von der Aluschlackendeponie derzeit keine unmittelbare Umweltgefährdung ausgeht, ist es erforderlich, das Grundwasser dauerhaft zu schützen", betonte Pernkopf.

Die Altlast liegt im wasserwirtschaftlich sensiblen Bereich der Mitterndorfer Senke mit einem bis zu 80 Meter mächtigen Grundwasserkörper. "Eine Gefährdung der Wasserwerke West und Ost der Stadt Wiener Neustadt ist jedoch nicht gegeben, da die Entfernung der Wasserwerke zur Altlast ausreichend groß ist und das näher liegende Wasserwerk West nicht direkt in der Hauptfließrichtung des Grundwassers liegt. Da derzeit keine unmittelbare Umweltgefährdung vorliegt, wurde die Altlast mit einer mittleren Priorität eingestuft", erläuterte VPNÖ-Klubobmann Klaus Schneeberger.

Die Sanierung wird die Balsa im Auftrag des Umweltministeriums durchführen. Dazu soll bis Frühjahr 2011 ein Sanierungsprojekt erarbeitet werden. Der Beginn der Räumung sei aufgrund der erforderlichen Vorarbeiten - Erstellung des Einreichprojekts, Genehmigungsverfahren, Ausschreibungen - nicht vor 2013 zu erwarten.

Wiener Neustadts Bürgermeister erinnerte u.a. unter Hinweis auf Resolutionen im Gemeinderat für eine rasche Räumung der Deponie auf das Engagement der Stadt in der Causa. Der öffentliche, mediale Druck habe Umweltminister Niki Berlakovich (V) offenbar zum Umdenken bewogen.

Die im Februar 2003 verstorbene Einzelunternehmerin Helene Berger hatte die "Berger-Deponie" in Weikersdorf und die "Aluminiumschlacke" an der Puchberger Straße betrieben. Laut Aussendung der Stadt traten die Nachkommen das Erbe nicht an, weshalb die Republik für die Sanierung zuständig ist. Die "Berger-Deponie" wurde bereits vor Jahren auf Kosten der öffentlichen Hand saniert - knapp 900.000 Tonnen Abfall wurden geräumt. Nun gilt es 680.000 Tonnen Aluminiumkrätzen zu entsorgen.