60 Euro Strafe für „Bier-Vergehen“ in Wr. Neustadt

Erstellt am 18. Mai 2022 | 06:00
Lesezeit: 3 Min
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Wiener Neustädter zahlte 60 Euro für Bier in der Hand in der Innenstadt. „Verordnung ist zu unbekannt“, meint er.
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Es war das teuerste Bier seines Lebens: 60 Euro musste ein Wiener Neustädter Strafe zahlen, weil er von seiner Innenstadt-Wohnung mit einem Bier in der Hand zum Taxistand am Hauptplatz gehen wollte. „Es war an einem Samstagabend gegen halb zwölf, vor meinem Wohngebäude war die Polizei wegen einer anderen Sache im Einsatz, deswegen bin ich ihnen mit dem Bier in der Hand gleich aufgefallen.“ Dass es in der Innenstadt seit dem Vorjahr ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen gibt, habe er nicht gewusst. „Die Polizisten haben etwas von einer Schutzzone gesagt, ich habe mich aber überhaupt nicht ausgekannt“, so der Neustädter.

Das Bitten um eine Verwarnung half nichts – die 60 Euro mussten bezahlt werden. Danach begann der Gestrafte mit Recherchen bei der Polizei und am Magistrat, um Infos zum Alkoholverbot zu bekommen. „Leider gab es keine befriedigenden Infos, die am Magistrat haben mich in die Parkraumbewirtschaftung verbunden – dort haben die sich nicht ausgekannt.“

Hinweisschilder gefordert

Generell möchte er auf zwei Dinge aufmerksam machen: „Ich glaube, dass viele Menschen gar nicht wissen, dass es so ein Alkoholverbot überhaupt gibt. Am Bahnhof oder im Stadtpark gibt es Hinweisschilder auf die Schutzzone, in der Innenstadt steht nirgends etwas von einem Alkoholverbot.“ Und er meint: „Es gibt Leute in der Innenstadt, die sitzen den ganzen Tag auf der Bank und trinken Bier, die werden nicht gestraft. Ich als Innenstadt-Bewohner musste zahlen, das finde ich unfair.“ Seitens der Polizei bestätigt man den Fall, bei einem Verstoß gegen die Verordnung (seit 31. März des Vorjahres in Kraft) würden 60 Euro fällig werden.

Will man das nicht vor Ort bezahlen, kommt es zu einer Anzeige und es wird teurer. Allerdings betont man bei der Polizei, dass der überwiegende Großteil der Verstöße gegen das Alkoholverbot mit einer Abmahnung enden.

Magistrat: Verordnungschon lange in Kraft

Am Magistrat betont man, dass die Verodnung seit rund 15 Jahren gibt und seit eineinhalb Jahren in Kraft sei, deswegen würden keine Hinweisschilder mehr aufgestellt werden. Zudem gäbe es im Stadtgebiet derzeit rund 61 aufrechte Verordnungen, die könne man nicht alle plakatieren.

Als Besucher eines Schanigartens oder einer Veranstaltung braucht man übrigens keine Angst haben – hier greift das Alkoholverbot nicht.

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