Testgrenze im Bezirk Wr. Neustadt hat sich verschoben. Keine Kontrollen mehr zwischen Stadt und Bezirk, dafür an dessen Außengrenzen. Bislang ohne große Probleme.

Von Jakob Feigl, Philipp Hacker-Walton und Tanja Barta. Erstellt am 31. März 2021 (05:53)
Ausreisekontrolle beim Autobahn-Knoten Seebenstein.
Tanja Barta, Tanja Barta

Sonntagmittag, Ausreisekontrolle an der Neudörfler Straße bei der Auffahrt zur S4: „Ihren Ausweis und das Testergebnis, bitte“, sagt ein Polizist zu einem Ehepaar, das von Wiener Neustadt nach Ofenbach fahren möchte – und davon ausgegangen ist, dafür keinen Test vorlegen zu müssen. Die Sache wird – sehr freundlich – besprochen, nach kurzer Nachfrage bei den Kollegen stellt sich heraus: Stimmt, zwischen der Stadt und dem Lanzenkirchner Ortsteil gibt es tatsächlich „freie Fahrt“.

Über die genauen Grenzen der Bezirke Wiener Neustadt-Stadt, Wiener Neustadt-Land und Neunkirchen haben sich Behörden, Beamte und Bürger wohl schon lange nicht mehr so viele Gedanken gemacht wie in den vergangenen Tagen: Seit Donnerstag sind Ausreisekontrollen, wie sie in der Stadt seit 13. März exekutiert werden, aufgrund hoher Corona-Zahlen auch für Wiener Neustadt-Land und Neunkirchen vorgeschrieben – was die Sache nicht gerade unkomplizierter macht.

Keine Kontrolle zwischen Stadt und Bezirk

Der aktuelle Stand der Dinge: Um zwischen Stadt und Bezirk Wiener Neustadt unterwegs zu sein, muss man kein negatives Testergebnis vorweisen. In der Stadt wird nur noch bei den Autobahnauffahrten, am Bahnhof und bei den Ausfahrten Richtung Neunkirchen bzw. Burgenland kontrolliert. Dort muss man einen negativen Antigentest (nicht älter als 48 Stunden) oder einen PCR-Test (nicht älter als 72 Stunden) bzw. ein Attest über eine überstandene Corona-Erkrankung oder Antikörper vorlegen. Selbiges gilt auch an den Außengrenzen der Bezirke Wiener Neustadt-Land und Neunkirchen.

Von Donnerstag bis Montag wurden im Bezirk Wiener Neustadt 3.300 Personen kontrolliert, 181 mussten umkehren, weil sie kein Testergebnis vorlegen konnten. Anzeigen gab es bislang keine.

An den Stadtgrenzen wurden bei den Stichproben-Kontrollen seit 13. März insgesamt 33.300 Autos mit 53.000 Personen kontrolliert. Dabei gab es 805 Zurückweisungen und nur 14 Anzeigen.

Gröbere Verkehrsprobleme haben sich in den ersten Tagen nicht ergeben, wie ein NÖN-Rundruf in den Grenzgemeinden zeigt: „Ich selbst wurde zweimal kontrolliert, ich habe keine Probleme mit der Polizei mitbekommen“, sagt Lanzenkirchens Bürgermeister Bernhard Karnthaler (ÖVP): „Die Leute fragen mich, ob sie an gewisse Stellen ohne Tests fahren dürfen, ich kann ihnen keinen Freifahrtschein geben und empfehle jedem, sich testen zu lassen.“ Auch Bad Erlachs ÖVP-Gemeinderat Harald Wrede, der viel im Bezirk bzw. zwischen Bezirk und Stadt unterwegs ist, meint: „Die Kontrollen gehen recht flott, die Teststraße bei uns ist gut besucht, auch dort gibt es kaum Wartezeiten.“

Bemerkbar machen sich die Ausreisekontrollen freilich bei der gestiegenen Nachfrage in den Teststraßen: „Wir haben sofort die Testmöglichkeiten erweitert und bieten jetzt auch an einem dritten Tag, nämlich sonntags, den Bürgern die Möglichkeit, getestet zu werden“, sagt Ortschef Karnthaler: „Am Sonntag haben sich 600 Bürger testen lassen, freitags waren es 500, am Dienstag sogar 700. Ich bin froh, dass wir so viele Freiwillige haben, die sich dafür bereiterklärt haben.“ Lanzenkirchen habe sich zudem für eine örtliche Impfstraße im Gemeindesaal angemeldet, „wenn dann die Masse geimpft werden soll“.

Auf Neunkirchner Seite zeigt sich ein ähnliches Bild: Auch in Schwarzau am Steinfeld und Pitten ist die Anzahl der Testungen enorm gestiegen: „Wir haben bis jetzt immer um die 250 Antigentests durchgeführt. Letzten Donnerstag waren es 500“, so Pittens SPÖ-Bürgermeister Helmut Berger.

Testpflicht in den Rathäusern

In der Stadt wird die Testpflicht analog zu den Ausreisekontrollen auch auf Amts- und Dienstgebäude ausgeweitet: Wer die Rathäuser oder die BH betreten will, benötigt ab heute, Mittwoch, einen negativen Antigen- oder PCR-Test bzw. den Nachweis einer Corona-Erkrankung in den vergangenen sechs Monaten bzw. über neutralisierende Antikörper. Von der neuen Verordnung betroffen sind u.a. auch das Finanzamt und das AMS.