Backstube: Vierte Generation hat das Sagen. Bernhard Woltron will an Bewährtem festhalten und dennoch neue Wege bestreiten.

Von Victoria Schmidt. Erstellt am 02. März 2019 (04:30)
Der neue Chef Bernhard Woltron mit Elisabeth Kogelbauer und Fabian Woltron in der Bäckerei in der Bad Erlacher Dorfgasse.
Schmidt

Seit Jahresbeginn weht in der Backstube der Bäckerei Woltron ein sehr jugendlicher Wind – der 24-jährige Bernhard Woltron hat den Familienbetrieb von seiner Großmutter Margita übernommen. „Ich führe den Betrieb jetzt in der vierten Generation“, verrät er, dass es eine geplante Übergabe war. Der neue Chef hat im Betrieb auch seine Lehre absolviert und gibt sein Wissen nun selbst zwei Lehrlingen weiter.

Am bewährten Konzept will Woltron festhalten und darauf aufbauend neue Wege gehen. „Bei uns gibt es auch weiterhin nichts Chemisches“, betont er. Daher soll es in Zukunft noch mehr in Richtung „Naturbäckerei“ gehen. Auf das hauseigene Mehl, das vom Getreide aus der eigenen Landwirtschaft stammt, ist Woltron besonders stolz. „Es wird selbst angebaut, geerntet und gemahlen – und wird dann verbacken“, erklärt er.

"Da haben wir uns schon einen Namen gemacht"

Aktuell könne etwa die Hälfte des Bedarfes damit gedeckt werden. Auch das Sortiment wird erweitert. So gibt es jetzt im Fasching verschiedene Krapfen von Marmelade bis Schokolade, im Sommer wird es unter anderem Grillgebäck geben. Abgesehen davon soll es jedes Monat ein spezielles Produkt aus eigenem Mehl geben. Zusätzlich wird noch mehr in Richtung Dinkelgebäck gegangen. „Da haben wir uns schon einen Namen gemacht“, erklärt Woltron die Beweggründe. Demnächst soll zudem die neue Homepage online gehen.

Die Konkurrenz scheut Woltron nicht. Der Betrieb beliefert nämlich zahlreiche Bildungseinrichtungen in der Umgebung, das Gefängnis in Schwarzau – und ist einmal wöchentlich am Bauernmarkt in Wiener Neustadt vertreten. Woltron ist überzeugt: „Jeder hat seine eigene Kundschaft.“ Der junge Bäckermeister weiß aber auch um die Schwierigkeiten seiner Branche: „Die Übergabe war ein Riesenaufwand.“ Vor allem die Bürokratie sei sehr an die Nerven gegangen, so Woltron, der meint: „In der heutigen Zeit eine Bäckerei von Grund auf neu aufmachen würde ich nicht – wer einen Betrieb hat, der schon einen Namen hat, sollte ihn aber fortführen.“