Corona-Fall in Volksschule sorgt für Wirbel. Auf der Gemeindehomepage war kurze Zeit von erstem Fall der Südafrika-Mutation die Rede – Mitteilung wurde schnell wieder offline genommen, Bürgermeister Johann Rädler spricht von „britischer Virusvariante“ im erweiterten Familienkreis des positiv getesteten Schülers und fordert „mehr verantwortungsvollen Umgang“.

Von Philipp Grabner. Erstellt am 25. Februar 2021 (10:00)
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„Südafrikanische Mutation erstmals in Bad Erlach aufgetaucht“ – ein mit dieser Überschrift versehener Beitrag auf der Homepage der Marktgemeinde Bad Erlach sorgte Mittwochnachmittag für gehörigen Wirbel. Die der NÖN zugespielte Nachricht, die kurze Zeit später wieder vom Netz genommen wurde, berichtete von einem Covid-19-Fall in der Volksschule Bad Erlach, die „durch die völlige Sorglosigkeit von Eltern mit der südafrikanischen Virusmutation in der eigenen Familie“ ausgelöst worden sei, wie es im Originalton hieß. In Absprache mit den Gesundheitsbehörden seien der Familie von der Schuldirektorin „alle notwendigen Schutzmaßnahmen“ mitgeteilt worden.

Gegenüber NÖN.at revidiert Bürgermeister Johann Rädler (ÖVP) am Nachmittag die Mitteilung. Tatsache sei, dass ein Kind am Montag über Unwohlsein geklagt habe, ein durchgeführter Schnelltests bei dem Kind sei positiv ausgefallen. Daraufhin sei bekannt geworden, dass im erweiterten Familienkreis eine Person an der britischen Virusmutation erkrankt sei. Rädler rechtfertigt die Mitteilung auf der Homepage damit, dass er als Ortschef Verantwortung trage: „Wir haben täglich steigende Infektionszahlen, ich traue mich schon gar nicht mehr, sie mir anzuschauen“, erklärt er auf Anfrage. Sein Appell: So Kinder Symptome aufweisen oder Kontakt zu Infizierten hatten, solle man sie unbedingt zuhause behalten: „Mir geht es darum, sorgsam mit der Situation umzugehen und verantwortungsvoll zu agieren.“ Das Posting sei offline genommen worden, nachdem sich die betroffene Familie an die Gemeinde gewandt hatte. Er selbst würde sich „mehr Verantwortung“ wünschen, die Aufregung um die Mitteilung nehme er „zur Kenntnis“.

Im Büro der für Gesundheit zuständigen Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) konnte man den Fall nicht offiziell bestätigen – die Version mit der Südafrika-Mutation sei jedenfalls „falsch“, so der Pressesprecher der Landesrätin, Anton Heinzl. Ganz allgemein könne man sagen, dass „aufgrund von Berechnungen des Bundes bei knapp 50 Prozent aller Neuinfektionen in Niederösterreich die britische Version zutage tritt“, so Heinzl. In der Direktion der Volksschule wollte man den Fall nicht näher kommentieren – „aus Datenschutzgründen“, wie es gegenüber NÖN.at hieß.