Großprojekt: Ein „Kokon“ für Kinder. Mitte Oktober soll die Kinder-Reha eröffnet werden, in das Projekt werden rund 31 Millionen Euro investiert. Die NÖN war bei einem Rundgang auf der Baustelle mit dabei.

Von Philipp Hacker-Walton. Erstellt am 20. April 2019 (04:04)

Noch wird von den insgesamt 140 Arbeitern und Handwerkern, die gerade auf der Baustelle beschäftigt sind, überall gehämmert und geschraubt, Kabel hängen von der Decke und aus den Wänden, und beim Haupteingang öffnet sich statt einer echten Türe noch eine große Spanplatte.

Dennoch lässt sich bei einem Rundgang über die Baustelle sechs Monate vor Eröffnung der Kinder-Reha erahnen, was hier ensteht: Viel Glas, viel Licht, viel Offenheit – es soll ein freundlicher, einladender Ort werden, jenseits des klassischen Krankenhaus-Flairs. Die Räume sollen allesamt flexibel sein, „es muss sowohl für die Dreijährigen wie für die 17-Jährigen passen“, sagt die ärztliche Direktorin Anna Maria Cavini.

Betten und Möbel in den Zimmern lassen sich variabel anordnen, mit Verbindungstüren können aus einzelnen Zimmern kleine Appartments werden, wenn etwa am Wochenende Besuch in die Reha kommt.

"In jeder Hinsicht ist uns Deutschland 30 Jahre voraus"

Die Marke „kokon“, die für die Reha geschaffen wurde, ist Programm: „Wir wollen einen Ort bieten, der einen sicheren, stabilen Rahmen zur individuellen Entfaltung ermöglicht“, sagt Claus Brunner, Mitglied der Geschäftsführung.

Er verweist darauf, dass in Bad Erlach die erste „Standalone“-Reha für Kinder entsteht, sprich: Von Grund auf für Kinder geplant, nicht als „Anhängsel“ an ein Krankenhaus oder ein Reha-Zentrum für Erwachsene. „In dieser Hinsicht ist uns etwa Deutschland 30 Jahre voraus“, sagt Anna Maria Cavini: „Ethisch ist es nicht vertretbar, Kinder nach einem Unfall oder einer schweren Erkrankung einfach als kleine Erwachsene zu behandeln.“

In das Großprojekt werden rund 31 Millionen Euro investiert, 120 neue Arbeitsplätze sollen entstehen. Bis Weihnachten will man mit maximal 35 Patienten starten, dann schrittweise den Betrieb „hochfahren“.