Im Regionsmuseum Geschichte erleben. In Bad Erlach entsteht anlässlich der Landesausstellung 2019 ein Museum im „Hacker-Haus“, dem letzten Zeugen jüdischer Geschichte in der Thermengemeinde.

Von Victoria Schmidt. Erstellt am 09. Juli 2018 (04:38)

Dort wo einst das Geschäft „Max Hacker & Sohn“ war, wird gerade umgebaut. Aus dem „Hacker-Haus“ wird das Bad Erlacher „Museum für Zeitgeschichte“. Dazu soll an der historischen Bausubstanz so weit wie möglich festgehalten werden.

Im Anschluss an das Haus wird ein ellipsenförmiger Zubau errichtet – künftig sollen in dem 123 Quadratmeter großen „Gartenpavillon“ auch Veranstaltungen stattfinden können. Zugänglich wird das Gebäude sowohl von der Hauptstraße als auch von der Dorfgasse sein.

NOEN

Im Inneren wird es drei Ausstellungsräume geben, wobei eine Wand entfernt werden musste, um mehr Platz zu schaffen – das Haus wurde quasi bis auf seine Außenmauern ausgeräumt. Der ehemalige Wohnbereich der Familie Hacker soll allerdings erhalten bleiben und wird daher aufwendig restauriert. Der Weltladen wird auf 52 Quadratmetern, das Tourismusbüro auf 22 Quadratmetern im Haus einziehen.

Landesausstellung als Impuls für Projekte

Die Projektidee entstand, so Koordinator Christian Rädler, durch die Aufarbeitung der jüdischen Geschichte durch Johann Hagenhofer, Werner Sulzgruber und Gert Dressel (siehe S. 41) und die Landesausstellung 2019 in Wiener Neustadt.

„Gedacht ist, die NÖ Landesausstellung für die Themenpräsentation dieses Zeitzeugenprojekts zu nützen, aber sie vor allem als Impulsgeber für die zukünftigen kulturellen Entwicklungen zu sehen“, so Rädler im NÖN-Gespräch.

Die Forschungsergebnisse zur jüdischen Geschichte werden in einer ständigen Ausstellung als Themenschwerpunkt gezeigt werden. Kuratorin ist, wie berichtet, Martha Keil vom Institut für Jüdische Geschichte in St. Pölten. Jährlich soll es begleitende Schwerpunkte und alternierende Zeitgeschichte-Projekte in Kooperation mit dem „Haus der Geschichte“ in St. Pölten und regionale Sonderausstellungen geben.