Kreisverkehre und Visionen bei Faschingssitzung. Zum 17. Mal hieß es im Franz-Ofenböck-Saal „Erlei! Erlei!“.

Von Victoria Schmidt. Erstellt am 23. Februar 2019 (05:53)
Schmidt
Ein echtes Highlight: Die Bad Erlacher Männergarde ging als „Ponyzei“ auf die Jagd nach den „Daltons“.

„In Bad Erlach, da ist ganzes Jahr Fasching, im Gemeinderat“, sang die Faschingsgilde zum Abschluss ihrer 17. Faschingssitzungen – und bewies einmal mehr, dass sie Geschehen in Ort und Region ganz genau analysiert.

Egal ob der Kreisverkehr vor der eigenen Haustür („Ghörst zwar zu Lanzenkirchen, doch Bad Erlach hosst dich sehr“), die Bourbonen in Lanzenkirchen („Stott Brot gibt‘s dort nur noch Baguette“), die „Regentschaft“ von Franz Breitsching („Ein Nachfolger ist dort nicht zu sehen“) oder die Landesausstellung in der Bezirkshauptstadt („Kleine Hoppalas kommen halt vor“) – vor Bad Erlachs Narren war auch in diesem Jahr keiner gefeit.

Schmidt
Christa Zottl als Johanna Mikl-Huber und Michael Krebs als Klaus Schmähtandler im „Schwarzen Rössl am Pittenbach“. Mehr Fotos aufnön.at.

Nicht einmal die Bundespolitik. Die Polizeipferde haben es der Gilde besonders angetan – so gab es nicht nur eine berittene Polizei aka „Ponyzei“, die auf die Jagd nach den Daltons ging, sondern sogar einen Beitrag über die vom Aussterben bedrohte „gemeine bucklige Pferde-Leberkäs-Semmel“. Und wer bis dahin nicht wusste, was eine „Law & Order“-Semmel ist, der ist jetzt bestens aufgeklärt.

Vergessen wurde auch auf die Bad Erlacher Wirtschaft nicht, die bei den „Bad Erlacher Festspielen“ – heuer Operette mit dem „Schwarzen Rössl am Pittenbach“ – ihren Auftritt hatte. Die wesentlichen Charaktere durften dabei nicht fehlen: Rössl-Wirtin Johanna Mikl-Huber (Christa Zottl), Oberkellner Johann (Christian Seidl), Nebenbuhler Klaus Schmähtandler (Michael Krebs) und der Angestellte Alois Schnidahahn (Walter Kleisz). Die Geschichte rund um Johann, der in Johanna verliebt ist, die aber von Klaus umworben wird, war eines von vielen Highlights bei diesen Faschingssitzungen.

Vor allem Gildenobmann Christian Seidl zeigte sich wieder von seiner besten Seite. Von umgeschriebenen Udo Jürgens-Liedern bis zu „Malen mit Menschen“ hatte er die Lacher auf seiner Seite.

Für die perfekte Stimmung sorgten auch humorvolle Sketches und Doppelconférencen sowie stimmgewaltige Gesangseinlagen.

Eine gelungene Faschingssitzung, bei der kein Auge trocken blieb – übrigens: Die Lanzenkirchner Gilde hat bereits angekündigt: „Wir werden zurückschlagen.“