Piestingtal: Einkauf trotz Corona-Quarantäne. Obwohl eine 65-Jährige wusste, dass sie positiv auf Corona getestet wurde, ging sie Essen einkaufen.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 04. Februar 2021 (04:55)
Das positive Testergebnis ignorierte die Pensionistin – sie ging trotz Quarantäne einkaufen.
Shutterstock-SamaraHeisz5

Mit einem „Ist Blödsinn“ reagierte eine Piestingtaler Pensionistin, 65, auf die schriftliche Verständigung, dass sie positiv auf Corona getestet wurde. Was seitens der Behörden für Besorgnis sorgte. Da die Frau auch zumindest einmal während ihrer Quarantäne in einem Supermarkt einkaufen war, stand sie nun wegen vorsätzlicher Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten vor Gericht.

Auch vor der Richterin zeigte sich die Seniorin nicht einsichtig und bekannte sich „nicht schuldig“, da sie ja keine Symptome gehabt habe. Gleich danach gab sie aber an, dass ihr Mann im November sehr schwer an Corona erkrankt war und sogar mehrere Tage im Spital verbringen musste. „Ich war verzweifelt, weil er im Krankenhaus war und hatte nichts zu essen im Kühlschrank.“ Sie habe auch Abstand im Geschäft gehalten und sei nur eine halbe Stunde fort gewesen...

Auf Anfrage der Richterin gab die Frau zu, schon bei der Bezirkshauptmannschaft eine Strafe für einen anderen Supermarkt-Besuch trotz Quarantäne in der Zeit bezahlt zu haben. Laut einer anonymen Anzeige soll die Angeklagte in der Zeit von 16. bis 20. November sogar mehrmals unterwegs gewesen sein. Dass sie nach Erhalt des Bescheides von der Bezirkshauptmannschaft noch im Ort unterwegs war, gab die Frau dann vor Gericht auch zu, mit dem Nachsatz: „Wenn ich Symptome gehabt hätte, wäre ich nicht gegangen“.

Die Richterin wies sie im Prozess mehrfach darauf hin, dass gerade die Tatsache, dass auch symptomfreie Menschen die Krankheit übertragen können, das große Problem ist.

Die Rentnerin wurde – nicht rechtskräftig – zu einer Geldstrafe von 720 Euro verurteilt.