Baustoffmangel treibt Hausbaukosten an. Dämmstoffe, Holz oder Baustahl sind derzeit Mangelware, auch im Bezirk Wr. Neustadt. Entsprechend groß ist deswegen der Preisanstieg, der vor allem private Häuslbauer trifft.

Von Mathias Schranz. Erstellt am 28. April 2021 (04:40)
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Lichtenwörths Bürgermeister Manuel Zusag ist derzeit Häuslbauer – und er hat noch Glück. Die Verträge über die Baustoffe wurden schon im Vorfeld abgeschlossen. Und: „Es gibt zwar geringfügige Verzögerungen bei den Dämmstoffen, länger steht die Baustelle aber nicht still“, sagt er im Gespräch mit der NÖN.

Baumeister Manfred Sperhansl.
privat, privat

Nicht alle Häuslbauer können das derzeit sagen. Denn auf dem Markt herrscht eine massive Baustoffknappheit, damit einher geht eine Verteuerung. Das bestätigten auch Baumeister aus der Region, mit denen die NÖN sprach. Laut Günter Jakubec, Johannes Dinhobl und Manfred Sperhansl sind es vor allem „XPS Dämmstoffplatten“, die derzeit schwer zu bekommen seien.

„Wir haben da derzeit bis zu zehn Wochen Wartezeit, früher sind die Bestellungen in zwei Wochen da gewesen“, meint etwa Johannes Dinhobl. Dafür verantwortlich sein dürften etwa Brände in Grundstoff-Herstellerfirmen, wie in China, von denen es auf der ganzen Welt nicht viele gibt.

China und USA kaufen groß ein

Massive Knappheit gibt es aber unter anderem auch bei Holz oder Baustahl, die die Preise derzeit enorm in die Höhe treibt, was zu massiven Teuerungen beim Hausbauen führt. „China und USA kaufen derzeit massiv Holz ein, was die Preise um bis zu 70 Prozent in die Höhe treibt“, weiß Baumeister Manfred Sperhansl. „Bei Holzleimbinder sind es sogar bis zu 100 Prozent“, bestätigt Günter Jakubec.

Baumeister Johannes Dinhobl.
Baldauf, Baldauf

Der Holzmangel wirke sich nicht nur bei „normalen“ Einfamilienhäusern und Großprojekten aus, sondern betreffe natürlich auch Fertigteilhäuser. „In den letzten 30 Jahren habe ich so eine Situation wie jetzt noch nicht erlebt“, meint Sperhansl. Bei den Baustellen kommt es derzeit nicht nur zu Verzögerungen bis hin zum kurzfristigen Baustopp – die Häuslbauer haben auch mit teureren Eigenheimen zu kämpfen. „Wir müssen die hohen Rohstoffpreise natürlich weitergeben und können nicht darauf sitzenbleiben. Es ist ein trauriges Spiel für alle“, stellt Johannes Dinhobl fest.

Wie lange der Baustoff-Engpass bzw. die Verteuerungen die Branche noch betreffen werden, können die Baumeister im Gespräch mit der NÖN nicht genau abschätzen – in den nächsten Wochen sei das aber nicht der Fall bzw. wäre noch mit weiteren Verschärfungen zu rechnen.

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