Domprobst Pichelbauer: „Das Fasten ist immer wichtig“. 40 Tage soll man fasten. Über die Jahre hat sich verändert, worauf Menschen verzichten.

Von Kristina Veraszto. Erstellt am 25. Februar 2020 (04:35)
„Fasten gibt einem die Gelegenheit, sich zu bessern“, sagt Dompropst Karl Pichelbauer.
Franz Baldauf

Ostern, bei dem die Auferstehung Jesu Christi gefeiert wird, ist das wichtigste Fest der Christen. In der 40-tägigen Fastenzeit bereiten sich die Gläubigen auf Ostern vor. Es soll eine Zeit der Besinnlichkeit sein, in der man bewusst auf etwas verzichtet, erklärt der Wiener Neustädter Dompropst Karl Pichelbauer: „In der Fastenzeit soll man über sein Leben nachdenken und sich die Frage stellen, was richtig oder falsch ist. Mit dem Fasten und der Entsagung bereiten wir uns auf große Feste vor. Das ist auch in anderen Kirchen so. Zum Beispiel hat die orthodoxe Kirche viel mehr, aber dafür kürzere Fastenzeiten als die Westkirche.“

Erinnern soll die 40-tägige vorösterliche Bußzeit an das ebenso lange Fasten Jesu Christi in der Wüste.

„Mit dem Fasten und der Entsagung bereiten wir uns auf große Feste vor.“ Propst Karl Pichelbauer über die Wichtigkeit des Fastens.

Die zwei strengsten Fastentage in der katholischen Kirche sind der morgige Aschermittwoch und der Karfreitag. „An diesen Tagen gilt der Grundsatz: nur eine sättigende Mahlzeit und der Verzicht auf Fleisch“, erklärt Pichelbauer.

Heutzutage fasten Menschen aber nicht nur durch den Verzicht auf Essen, sondern nehmen die Fastenzeit auch zum Anlass, um beispielsweise auf Zigaretten, das Smartphone oder soziale Medien zu verzichten. „Viele rauchen oder trinken in der Fastenzeit nicht, um ein gutes Zeichen zu setzen und sich so beim Herrgott zu bedanken“, sagt der Dompropst.

Dass immer mehr Menschen grundsätzlich aus gesundheitlichen Gründen Fastenzeiten einlegen, nimmt auch Pichelbauer wahr: „Ich kenne viele Leute, die aus gesundheitlichen Gründen fasten. Ich finde, das Fasten ist immer wichtig. Es gibt einem die Gelegenheit, sich zu bessern.“