Fastenzeit: Nicht jeder macht mit. Ohnehin bestehende Einschränkungen wegen Corona lassen Fastenbereitschaft bei einigen im Bezirk Wr. Neustadt sinken.

Von Vanessa Maurer und Mathias Schranz. Erstellt am 17. Februar 2021 (04:45)
Symbolbild
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Der Aschermittwoch steht vor der Tür und somit auch die Fastenzeit. Doch wer hält sich in Zeiten von Einschränkungen und Lockdowns noch daran? Die NÖN fragte nach.

Dompropst Franz Xaver Brandmayr verzichtet auf seine Zigarre.
Baldauf

Für den neuen Dompropst Franz Xaver Brandmayr steht die Einschränkung weltlicher Genüsse beim Fasten im Vordergrund. „Darum geht es eigentlich nicht, wenn man es von der religiösen Seite betrachtet. Es geht um das Leiden Christi – ich werde mehr und bewusster beten, es geht mehr um die geistlichen Geschichten.“

Wobei er dann doch auch einem Genuss in der Fastenzeit abschwört: „Ich rauche jeden Sonntag eine kubanische Zigarre, das ist mir heilig. Während der Fastenzeit pausiere ich aber.“ Bei dem Vizepräsidenten der NÖ-Arbeiterkammer Horst Pammer ist das Fasten dringend erforderlich. Denn durch den Lockdown ist ein gewisses Mehr und Weniger sichtbar: „Zu viel Bier und zu wenig Bewegung“, muss er schmunzeln. Somit heißt es in der Fastenzeit für ihn weniger Bier, dafür aber mehr Bewegung. Für Pammer ist das Fasten sinnvoll und eine gute Sache, um zu entgiften: „Es ist immer gut, ein paar Dinge zu überprüfen, ob sie in diesem Ausmaß wirklich notwendig sind bzw. ob es nicht doch lieber mehr werden sollte, so wie Sport oder Bewegung.“

Werbeexpertin Karin Lacchini lässt das Fasten heuer aus.
Baldauf

Werbefachfrau Karin Lacchini gehört zur Fraktion „Nicht-Fasten“. Das Fasten kann man heutzutage von Ernährung oder Alkohol zu Handykonsum oder das Autofahren ausweiten, „ich finde aber, dass dieses zu viel oder Mehr an Dinge, die man sich sonst in der Fastenzeit vornimmt wegzulassen, bereits durch Corona weniger geworden sind“, so Lacchini. Sie spricht hier beispielsweise das Autofahren in Lockdown-Zeiten an oder auch zu viel Alkohol im Stammlokal: „Da man ja nirgends hingehen kann etwas Trinken, kann man auch nicht zu viel trinken. Daher ist der Fastenvorsatz bei vielen wahrscheinlich auch schon weg.“ Bei diesem Satz muss jedoch auch sie selbst schmunzeln, denn gerade in Zeiten wie diesen, ist man dann doch froh über ein Glaserl Wein am Abend.

Sollenauer ÖVP speckt gemeinsam ab

Ähnlich sieht es WKO-Bezirksstellenleiterin Andrea List-Margreiter: „Ich faste nicht, da ich das ganze Jahr über auf meine Ernährung achte und wenn man doch mal über die Stränge schlägt, isst man eben ein paar Tage weniger. Zudem ist sie kein Fan von radikalem Fasten und findet es besser, wenn man das ganze Jahr über auf alles achtet.

Die ÖVP Sollenau hat sich abgewogen: Erich Pöltl, Andreas Buchholzer, Anna Kaufmann, Gerald Spiess, Christina Unger, Manuela Frisch, Marco Bernhardt, Helga Igel, Stefan Danzinger, Manfred Wolfauer und Hans-Michael Putz (v.l.).
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Bereits zum dritten Mal startet die ÖVP Sollenau ihre Fasten-Challenge. Im Vorjahr konnte das Projekt nicht zum Abschluss gebracht werden, weil Corona dem Endergebnis einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Das gemeinsame Abwägen konnte nicht stattfinden. Das gemeinschaftliche Abwägen am Beginn der Aktion erfolgte natürlich im Freien, mit Mund-Nasen-Schutz und viel Abstand zueinander. Für jeden abgenommenen Kilogramm spendet die ÖVP einen Euro für den guten Zweck. 2019, im ersten Jahr der Challenge, kamen so 220 Euro für die Feuerwehr und 220 Euro für das Rote Kreuz zusammen. „Ich hoffe sehr, dass wir das Ergebnis noch toppen können“, so ÖVP-Fraktionschef Gerald Spiess. Das Ausgangsgewicht der Ortspartei liegt bei 1.080 Kilogramm.

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