Homeschooling: Schule bleibt Schule. Pädagogen und Elternvertreter des Bezirks Wiener Neustadt plädieren im NÖN-Gespräch für baldige Rückkehr zu Unterricht in der Schule.

Von Mathias Schranz. Erstellt am 20. Januar 2021 (04:45)
Homeschooling ist für Familien eine Herausforderung
APA (dpa)

Wenn es um das Thema Homeschooling geht, nimmt sich Wolfgang Mayerhofer, Elternvereins-Obmann vom BG Babenbergerring kein Blatt vor den Mund: „Ich bin ein absoluter Gegner von Schulschließungen. Die Kinder brauchen Struktur – da können sich die Eltern so viel bemühen wie sie wollen, sie kommen einfach an ihre Grenzen.“ Deswegen würde er eine schrittweise Schulöffnung, wie noch vor ein paar Tagen geplant, begrüßen.

Babenbergerring-Elternvereinsobmann Wolfgang Mayerhofer: „Verlieren unsere Kinder!“
zVg

„Zwei Tage in der Woche in der Schule ist besser als gar nichts“, meint Mayerhofer, der selbst zwei Kinder im „Homeschooling-Alter“ hat, „meine Tochter in der 9. Schulstufe hat ihren Latein-Lehrer erst einmal gesehen – das ist natürlich ein Wahnsinn.“ Immerhin: Das Homeschooling funktioniere besser als im Frühjahr, allerdings gäbe es nach wie vor das Problem, dass es große Unterschiede bei den Lehrern und auch von Schule zu Schule gäbe. „Deswegen müssen die Kinder wieder zurück, sonst verlieren wir sie!“

Auch BRG Gröhrmühlgassen-Direktor Günther Hofmann meint: „Homeschooling ist eine Notlösung, um die Pandemie einzudämmen, aber Präsenzunterricht ist um Klassen besser.“ Selbst die Kleinsten würden es zwar schaffen an Videokonferenzen teilzunehmen, aber: „Im Unterricht spielt der persönliche Kontakt, die Körpersprache usw. eine große Rolle und das geht beim Distance Learning zu großen Teilen verloren.“

Präsenzunterricht durch nichts zu ersetzen

Ähnlich sieht es Daniela Pohr- Mayer, Leiterin der Volksschule und Mittelschule Kirchschlag. Der Fernunterricht gelinge den Pädagogen mit Unterstützung der Familien gut: „Ich bin begeistert, wie die Kinder die derzeitige Situation meistern.“ Allerdings ist auch ihr persönliches Fazit: „Präsenzunterricht ist durch nichts zu ersetzen.“ Sie hofft auf baldige Rückkehr, vor allem, weil mit der Stadtgemeinde intensiv daran gearbeitet wurde, die Hygienemaßnahmen einzuhalten.

Andreas Mühlhofer, Direktor MS Wiesmath: Teilweise digital auch nach der Pandemie.
zVg

Andreas Mühlhofer, Leiter der Mittelschule Wiesmath, vergleicht: Im ersten Lockdown sei beim Homeschooling viel über die Eltern gespielt worden.

„Im zweiten Lockdown hat jedes Kind schon selber den Zugang zu den Plattformen gehabt.“ Was er sich für Zeit nach der Pandemie vorstellen kann: „Dass man Hausaufgaben nicht immer nur klassisch wie seit Jahrzehnten über Hefte spielt, sondern dass Kinder ganz bewusst in eine Lernplattform einsteigen und sich ihre Arbeitsaufträge aus dem digitalen Forum herauslesen aber ich will das Heft nicht abgeschafft sehen. Das eine soll das andere nicht ausschließen, sondern als Ergänzung dienen“.

Umfrage beendet

  • Ist die Rückkehr in die Schulen erst nach den Semesterferien sinnvoll?