Wiener Neustadt

Erstellt am 28. November 2017, 05:05

von Kristina Veraszto

Keine Chance für Unruhestifter bei Perchtenläufen. Obmänner wollen sich österreichweit für mehr Qualität bei den Krampus- und Perchtenläufen einsetzen.

Die Obmänner Gerald Schmidtbauer (Teifl’s Pass Wiener Neustadt), Andreas Feichtinger (Lichtenwörther Klachlteufeln), Marco Carniel (Leitha Bartl’n, Katzelsdorf) und Peter Lichtenstern (Kreuzwegteifl Mitterdorf, Steiermark, v.l.) wollen keine Krampusse und Perchten, die sich bei Läufen nicht an die Regeln halten können.  |  Kristina Veraszto

Mit Ende November stehen die Krampus- und Perchtenvereine im Mittelpunkt. Die Traditionsveranstaltungen sind in den vergangenen Jahren zunehmend in Verruf geraten, nachdem sich Zwischenfälle mit aggressiven, teils stark alkoholisierten Läufern gehäuft hatten, die Zuschauer attackierten.

Im Bezirk Wr. Neustadt wollen die Obmänner Gerald Schmidtbauer (Teifl’s Pass Wiener Neustadt), Andreas Feichtinger (Lichtenwörther Klachlteufeln) und Marco Carniel (Leitha Bartl’n, Katzelsdorf) gegen die Schwarzen Schafe vorgehen: „Die Brauchtümer werden in Verruf gebracht.“ Gemeinsam mit Peter Lichtenstern, dem Obmann der „Kreuzwegteifl Mitterdorf“, Steiermark, wollen sie sich österreichweit für mehr Qualität bei den Krampus- und Perchtenläufen einsetzen.

Für Marco Carniel beginnt dies bei der Unterscheidung der beiden Brauchtümer. Krampusläufe gibt es von Ende November bis zum 20. Dezember. Dabei ist der Krampus mit seiner Rute eigentlich eine Schreckgestalt in Begleitung des Heiligen Nikolaus. „Der Krampus hat eine bestrafende Funktion“, so Carniel. Ab dem 21. Dezember folgen die Perchtenläufe. Dieses Brauchtum bezieht sich auf die Raunächte, in denen der Winter ausgetrieben werden soll. „Viele Gruppen wissen nicht, was sie überhaupt darstellen“, so Carniel.

Strengere Kriterien für die Teilnehmergruppen

Deshalb werden Schmidtbauer, Feichtinger, Carniel und Lichtenstern die Kriterien für die Teilnahme an ihren Läufen verschärfen: Es werden nur Vereine zugelassen, die mit ihren Masken das richtige Brauchtum widerspiegeln, damit es zu keiner Verschmelzung der Traditionen kommt. Auch das Alkoholverbot vor den Läufen wird streng kontrolliert.

Ziel ist es, ein österreichweites Netzwerk aufzubauen, in dem sich alle Vereinsobmänner über Unruhestifter austauschen können. Gleichzeitig sollen „gute“ Gruppen für Läufe weiterempfohlen werden. „Ich lasse nur Krampus- und Perchtengruppen laufen, die ich kenne und denen ich vertraue“, so Carniel. Auch Andreas Feichtinger, Organisator des Raunachtslaufs in Lichtenwörth, greift durch: „Ich habe einmal von 35 Gruppen 12 ausgetauscht. Ein Regelverstoß ist für mich ein Ausschluss.“

Auch Zuschauer müssen auf Läufer Acht geben

Bei einem Krampus- oder Perchtenlauf ist aber nicht nur die Sicherheit der Besucher wichtig: „Die Verletzungsgefahr bei Krampussen und Perchten ist sehr groß“, erklärt Carniel. Die Schlitze für die Augen in den Masken sind nur wenige Millimeter breit: „Man hat einfach ein geringes Blickfeld und sieht auch nicht nach unten. Deshalb sollten Eltern kleine Kinder immer hochnehmen.“

Auch das Ziehen an den Hörnern kann zu schweren Verletzungen führen. Gerald Schmidtbauer, Andreas Feichtinger, Marco Carniel und Peter Lichten-stern sind sich einig: Damit die Brauchtümer erhalten bleiben, muss an einem Strang gezogen werden.

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