ÖVP holt Stadt & Bezirk!. ÖVP in der Stadt Nummer 1, schwere Verluste für SPÖ. Im Bezirk nur leichte Verschiebungen.

Von Mathias Schranz und Philipp Hacker-Walton. Erstellt am 28. Januar 2020 (05:10)
Ein Blick auf die Ergebnisse in der SPÖ-Zentrale: Sonja Pahr, Stadtrat Martin Weber und Bezirks-Chef Reinhard Hundsmüller.
Baldauf

Es war ein Erdrutschsieg für Klaus Schneeberger: 45 Prozent für seine ÖVP – klarer Platz 1 vor der SPÖ, die mit nur 26 Prozent (bisher 40 Prozent) eine deutliche Wahlschlappe hinnehmen musste. „Unfassbar, phänomenal“, so das Stadtoberhaupt angesichts des Ergebnisses. Es sei das Resultat harter Arbeit. „Es ist ein sehr schönes Ergebnis. Was noch viel schöner ist: Dass wir jetzt fünf Jahre weiterarbeiten können“, so Schneeberger. SPÖ-Spitzenkandidatin Margarete Sitz zeigte sich enttäuscht: „Ein ordentlicher Bauchfleck, das haben wir nicht erwartet.“

Die FPÖ schaffte in Wiener Neustadt mit 14 Prozent einen Sprung von fünf auf sechs Mandate. „Wir haben es geschafft, gegen die Großwetterlage im Bund ein super Ergebnis zu erzielen“, jubelte Spitzenkandidat Michael Schnedlitz.

Grenzenlos war der Jubel auch bei den Grünen: Sie erreichten 9,9 Prozent, halten jetzt bei vier Mandaten, was Tanja Windbüchler-Souschill zur Stadträtin macht. Katerstimmung herrschte hingegen bei den NEOS, die es wie schon 2015 knapp (um zehn Stimmen!) nicht schafften, ins Stadtparlament einzuziehen. Erstmals seit 30 Jahren nicht im Gemeinderat: Wolfgang Haberler, der mit seiner Bürgerliste „WNAktiv“ nur auf 1,9 Prozent kam und sich von der Polit-Bühne verabschieden musste.

Wie es jetzt in Wiener Neustadt weitergeht? ÖVP-Bürgermeister Klaus Schneeberger schrammte knapp an einer Absoluten vorbei, zum Regieren braucht er also Hilfe. Wahrscheinlich ist, dass sie von der FPÖ kommen wird – beide Parteien zeigten sich von einer Fortsetzung der Zusammenarbeit nicht abgeneigt. Schneeberger wolle aber mit allen Parteien Gespräche führen, „Wiener Neustadt darf ruhig noch bunter werden!“

ÖVP auch im Bezirk wieder ganz stark

Auch im Bezirk konnte die ÖVP zulegen, am Ende gab es ein Plus von zwei Prozent. Starke Zugewinne gab es in Katzelsdorf oder Bad Schönau. Dazu wurden zahlreiche absolute Mehrheiten wie etwa in Wöllersdorf, Bad Fischau-Brunn oder Bad Erlach erfolgreich verteidigt. „Unsere Bürgermeister sind mit ihren Teams von der Bevölkerung bestätigt worden“, freut sich Bezirkschef Franz Rennhofer, der dieser Tage seinen 60. Geburtstag feierte.

Auch in seiner Heimatgemeinde Lichtenegg konnte die ÖVP wieder die Absolute einfahren und dabei ein Mandat dazugewinnen. Die FPÖ musste hingegen in der Heimatgemeinde von Bezirkschef und Nationalrat Peter Schmiedlechner einen Mandats-Verlust hinnehmen. Ansonsten gab es durchwachsene Ergebnisse für die Blauen: Während man sich in Bad Schönau und Zilligdorf über ein Mandat freute, verpasste man den Einzug in Bad Fischau-Brunn klar. „Ein ernüchterndes Ergebnis, das leider dem Bundestrend geschuldet ist. Es tut mir Leid für unsere Funktionäre, die sich eingesetzt haben.

Strahlende Gesichter bei ÖVP-Bezirkschef Franz Rennhofer (li.) und Bezirksgeschäftsführer Christian Stacherl angesichts der guten Bezirks-Ergebnisse.
Schranz

Aber wir werden wiederkommen“, so Schmiedlechner. Gemischte Gefühle gab‘s bei SPÖ-Bezirkschef Reinhard Hundsmüller: So konnten etwa die SPÖ-Absoluten in Theresienfeld, Eggendorf, Felixdorf, Sollenau oder Ebenfurth gehalten werden, allerdings wurden sie in Lichtenwörth oder Hochwolkersdorf verloren. „Dort, wo wir gut gearbeitet haben, waren wir auch erfolgreich, so einfach ist das“, meinte Hundsmüller, der selbst als Spitzenkandidat in Walpersbach antrat und dort drei Mandate mehr erobern konnte.

Grüne in Piesting auf Platz 2

Die Grünen konnten wie in der Stadt auch im Bezirk zulegen. Bezirkschef Michael Diller-Hnelozub: „Ich bin sehr zufrieden, unterm Strich haben wir im Bezirk vier Mandate dazugewonnen – die Bezirksteams können stolz sein auf ihre Ergebnisse. Besonders freut mich, dass wir in Markt Piesting sogar auf Platz zwei liegen. In Bad Fischau-Brunn, wo wir erst vor einem halben Jahr mit der neuen Gruppe gestartet sind, haben wir ein solides Ergebnis erreicht. In Pernitz ist das Abschneiden mit 15 Prozent und drei Mandaten eine super Leistung.“

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