Schule und Soziale Medien: Einfluss auf die reale Welt. Im Umgang mit virtuellen Medien sind Eltern, Direktoren, Lehrer und auch die Schüler selbst gefordert.

Von Bettina Kreuter. Erstellt am 27. November 2018 (02:19)
NOEN, Symbolbild

Der Schutz der Privatsphäre und vor Cybermobbing ließ den Landesschulrat eine Empfehlung aussprechen: Soziale Medien sollen aus dem Schulalltag verbannt und nur von der Schule gewählte eLearning-Programme genutzt werden. In Wiener Neustadt ist man darauf schon längst gerüstet. Erfahrungen und die neue Datenschutzverordnung ließen Direktoren handeln. So gab es an der privaten Volksschule Sta. Christiana früher „WhatsApp“-Gruppen mit Lehrern und Eltern. Als Alternative kommt nun immer mehr die österreichische App „Schoolfox“ zum Einsatz, ihr Vorteil: Es werden keine Telefonnummern ausgetauscht.

Als sehr praktisch hat sich für die Klasse von Sophie Gneist, stellvertretende Schulsprecherin am BG Babenbergerring, eine „WhatsApp“-Gruppe zur Berlin-Woche mit den Lehrern erwiesen: „Sie war aber nur dafür und wurde dann auch wieder gelöscht. Wenn es Gruppen gibt, dann nur unter den Schülern ohne Lehrer.“

Wener Schwarz, Direktor BG Zehnergasse: „Wertschätzende Kommunikation.“
Baldauf

Diese virtuellen Zusammenschlüsse können zur sozialen Falle werden. Nächtelang wird hin und her geschrieben mit teils einschneidenden Auswirkungen. Im Idealfall erfahren davon Eltern und Lehrer. Auch Cornelia Hübl, Projektentwicklerin und Lerndesignerin an der NMS Wirtschaft und Technik, weiß davon. Mädchen seien bedroht worden.

Und manchmal werden auch die Lehrer angegriffen: „Vor drei Jahren sind auch Lehrer über soziale Plattformen beschimpft worden. Wir haben die Polizei im Haus gehabt, aber keine Anzeige erstattet.“ Heute würde sie es schon machen: „Die Kinder sollen sehen, dass sie eine Grenze überschritten haben.“ Am Klemens Maria Hofbauer-Gymnasium in Katzelsdorf erstellte ein Schüler ein Profil eines Lehrers auf der Partnerplattform Tinder. Direktor und Polizei schritten ein: Anzeige gab es keine, der Bub wurde von der Schule genommen.

"Die Kinder dürfen in den Pausen hinaus in den Hof"

Einen Spezialisten für Cyberkriminalität von der Polizei Wöllersdorf lud Monika Wachlhofer, Direktorin NMS in Winzendorf, ein. Er schulte bereits die Eltern, jetzt kommt er zu Vorträgen in alle Klassen. Dennoch gibt Wachlhofer zu bedenken: „‚WhatsApp‘ gibt es erst ab 16 Jahren.“ Werner Schwarz, Direktor des BG Zehnergasse, setzt stark auf die Lern- und Erziehungspartnerschaft mit den Eltern. Die wertschätzende Kommunikation sei in der Schulordnung verankert. Darüber, dass es an der Schule mit 1.200 Buben und Mädchen so gut funktioniert, ist auch Elternvereins-Obfrau Bettina Mittermann froh: „Die Kinder dürfen in den Pausen hinaus in den Hof, dadurch können sie sich entfalten.“

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