Schwierige Zeiten für den Automarkt. Auswirkungen der Corona-Pandemie deutlich zu spüren, teils heftige Kritik an der neuen NoVA-Regelung kommt von den Autohändlern im Bezirk Wr. Neustadt.

Von Philipp Hacker-Walton. Erstellt am 27. Januar 2021 (04:45)
Symbolbild
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Die Corona-Pandemie hat die Autobranche schwer getroffen: In Niederösterreich wurden im Vorjahr rund 20 Prozent weniger Autos neu zugelassen als im Jahr 2019 (siehe Interview rechts). Die NÖN hat sich bei Autohändlern im Bezirk umgehört, welche Erwartungen sie für das heurige Jahr haben – und wie sie die „NoVA neu“, die Mitte des Jahres kommt (siehe Infobox unten), einschätzen.

„Bei uns ist es im letzten Jahr trotz der Coronakrise sehr gut gelaufen“, sagt Herbert Hönigmann (Autohaus Hönigmann, Wiener Neustadt). Auch für 2021 ist er optimistisch: „Dieses Jahr bekommen wir wieder neue Modelle diverser Marken, die sicher Interesse wecken werden. Ich rechne mit ganz starken Vorziehkäufen hinsichtlich der NoVA-Neu-Steuer und denke, dass 70 Prozent unseres Jahresziels schon im ersten Halbjahr erreicht sein wird. Von einer erheblichen Preiserhöhung sind zum Glück nur wenige unserer angebotenen Pkws betroffen.“

Auch Nicole Beisteiner (Autohaus Geigner, Krumbach) zieht für das Vorjahr eine positive Bilanz: „Trotz der Coronakrise läuft bei uns hinsichtlich der Zahlen alles gut. Ich denke, dass es aufgrund der neuen NoVA-Neu-Steuer ein paar Vorziehkäufe geben wird. Allerdings glaube ich nicht, dass es ein erheblich großer Anteil an Käufern sein wird, der in der ersten Jahreshälfte nur abhängig von der Steuer ein Auto erwirbt.“

Kritik an neuer Nova-Regelung

Sehr kritisch äußert sich hingegen Franz Schönthaler (Autohaus Schönthaler, Pernitz) bezüglich der neuen NoVA, die mit Jahresmitte eingeführt wird: „Viel unbedachter kann eine Regierung nicht reagieren, als jetzt, wo wir alle dabei sind, die Coronakrise zu stemmen, bei so sensiblen Sachen wie der NoVA herumzudoktern“, sagt Schönthaler, „das schafft nur noch größere Verunsicherung“.

Schönthaler rechnet damit, dass sich die Situation der Corona-Pandemie im ersten Halbjahr noch nicht deutlich stabilisieren wird: „Daher glaube ich, dass auch 2021 kein Normaljahr werden wird, aber vielleicht wird es ein bisschen besser als das Vorjahr.“ Generell rechnet er damit, dass sich die Branche wieder erholt: „Ich bin da kein Pessimist. Persönlich glaube ich, dass der lang anhaltende Trend zum hohen Gut der Individualmobilität weiter anhalten wird. Der Automarkt wird sich schon erholen, die Frage ist nur, wie es dann im Einzelhandel ausschauen wird.“

Johann Jägersberger, Geschäftsführer des Autohauses Partsch, geht davon aus, „dass das erste Halbjahr bei den Privaten eher gedämpft ist“. Umgekehrt erwartet er aufgrund der neuen NoVA viele Vorziehkäufe bei den Transportern: „Da wird das erste Halbjahr sicher relativ stark. Jeder, der irgendwo den Gedanken hat sich einen Transporter zu kaufen, wird das im ersten Halbjahr tun. Dann wird wohl eine Delle kommen, wo du fast keine Verkäufe hast.“

Jägersberger sieht die NoVA-Reform kritisch: „Es ist eine riskante Sache, wenig durchdacht. Gerade jetzt, wo jeder rauft, dass er über die Coronazeit drüberkommt, sehe ich keinen Sinn darin, eine massive Verteuerung zu machen.“ Ganz allgemein seien die Corona-Auswirkungen deutlich zu spüren: „Man merkt, dass weniger gefahren wird. Es sind weniger Autos auf der Straße, somit kommen weniger in die Werkstatt und es werden auch weniger verkauft.“

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