Skikurse: Kosten als Belastung für Eltern. Zum Teil nimmt im Bezirk Wiener Neustadt das Interesse an Schulskikursen ab. Elternvereine unterstützen.

Von Kristina Veraszto. Erstellt am 14. Januar 2020 (04:28)
Spaß im Schnee: Durch Schulskikurse kommen viele Kinder erstmals auf die Bretter, die die (Ski-)Welt bedeuten.
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Ob auf zwei Skiern oder einem Snowboard – Schulskikurse erfreuten sich früher großer Beliebtheit. Die NÖN hat bei Direktoren, Eltern- und Schülervertretern sowie bei Skigebiet-Betreibern nachgefragt, wie groß das Interesse heute ist.

In der HTL Wiener Neustadt versucht man, mit einem größeren Angebot die Schulskikurse attraktiver zu gestalten – und das Vorhaben geht auf: An die 150 Schüler sind bei den Kursen in Maria Alm und in Schladming mit dabei. „Das Interesse ist groß, weil wir auch andere Dinge, wie zum Beispiel Schneeschuhwandern, anbieten“, so Direktorin Ute Hammel. Die Skischulkurse seien auch eine Chance, die Gemeinschaft unter den Schülern zu stärken.

Am BG Babenbergerring gibt es heuer eine dritte Klasse, die geschlossen auf Skikurs fährt. Keine Selbstverständlichkeit angesichts der Kosten, das weiß auch Direktorin Maria Kornfeld: „Wir kämpfen von Jahr zu Jahr, aber wer die Unterstützungsmöglichkeiten in Anspruch nimmt, bekommt auch genügend Unterstützung.“

Elternverein bietet Unterstützung

Dass das Interesse bei den Schülern aber auch rückläufig ist, zeigt sich bei der Neuen Mittelschule Sta. Christiana, bei der die dritten Klassen nicht mehr auf Schulskikurse fahren. „Wir sind vor zwei Jahren noch mit den zweiten und dritten Klassen auf Skikurs gefahren. Letztes Jahr haben wir für die dritten Klassen auch einen Kurs angeboten, aber der ist nicht mehr zustandegekommen. Das Interesse nimmt schon ab“, so Schulleiter Andreas Kastner.

In der Neuen Mittelschule für Sport finden Schulskikurse in der zweiten und dritten Klasse statt. Aufgrund des Sportschwerpunktes sind die Skikurse für alle rund 140 Schüler verpflichtend. „Das geben wir auch immer gleich bei der Anmeldung bekannt“, sagt Direktorin Agnes Fink. Eltern, die die Kosten für den Skischulkurs nicht bezahlen können, haben die Möglichkeit beim Elternverein um Unterstützung anzusuchen.

Auch das Projekt „Kinderzukunft“ fördere die Eltern der Sport NMS, so Fink. „Durch die Unterstützung fallen bei manchen Eltern beinahe keine Kosten an“, erklärt Fink. Für die Obfrau des Elternvereins, Martina Mayrhofer, ist auch die Aufteilung der zu zahlenden Beträge eine große Hilfe. „Die Anzahlung und die zweite Zahlung sind so aufgeteilt, dass man sich die Kosten einteilen kann.“

Skigebiete profitieren von jungen Skifahrern

Auch im BORG sind die Skikurse für die Sportklassen verpflichtend. Die anderen Zweige können in der fünften Klasse auf Wintersportwoche fahren. „Gerade Skikurse bieten durch Gruppenangebote eine leistbare Möglichkeit, diesen Sport zu erleben. Dass es bei Mehrkindfamilien oder in Situationen von finanziellen Schwierigkeiten eine Herausforderung darstellt, Finanzmittel aufzubringen, ist auch klar“, sagt Daniel Gajdusek-Schuster, Obmann des Elternvereins am BORG.

Im heurigen Schuljahr gab es zehn Ansuchen, zwei weitere seien in Bearbeitung. „Im Normalfall fördern wir rund 30 Prozent bei Skikursen oder Sprachreisen“, so Gajdusek-Schuster. Johann Piroska, Obmann des Elternvereins der HLW Wiener Neustadt, versteht, dass die Kosten von Schulskikursen ein Problem sein können. „Meiner Meinung nach sind Schulschikurse für die meisten Familien kaum noch leistbar“, so Piroska. Dennoch stoßen an der HLA die Wintersportwochen auf großes Interesse, wie Direktor Harry Komuczky im NÖN-Gespräch erzählt: „Die Kurse werden sehr gut angenommen.“

Stärkung der Klassengemeinschaft

Schülervertreter sehen in Schulskikursen, aber noch immer eine gute Gelegenheit, Spaß und Sport zu verbinden: „Ich finde, dass Skikurse sinnvoll sind, da sie allgemein gesehen die Klassengemeinschaft stärken, gesund sind und den Schülern Spaß machen“, so Denise Hasenhütl, Schulsprecherin am BG Babenbergerring.

Auch Max Velickovic, Schulsprecher am BG Zehnergasse, teilt diese Meinung: „Skikurse sind nach wie vor eine gute Möglichkeit, um sich vom Stress in der Schule und Zuhause zu erholen.“

Von geschulten jungen Skifahrern profitieren aber zuletzt auch die Skigebiete in der Region, wie Erich Panzenböck, Betreiber des Naturschneeskigebiets Unterberg, im NÖN-Gespräch erklärt: „Es ist sehr wichtig, dass die Kinder schon von klein auf den Sport kennenlernen. Deshalb sind auch Schulschikurse wichtig.“