Hitler-Bilder verschickt: 14 Monate Haft

Erstellt am 13. Dezember 2020 | 03:44
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Gericht Prozess Hintergrund Symbolbild
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Foto: NP27/Shutterstock.com
Angeklagter hortete Bilder auf Handy und PC – er wurde zu 14 Monaten bedingt verurteilt.
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Wegen Verstößen gegen das Verbotsgesetz musste sich ein 39-jähriger Mann aus dem Steinfeld vor einem Schwurgericht verantworten. Ihm wurde seitens der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, über WhatsApp eine Vielzahl an Bildern, Videos und Nachrichten mit nationalsozialistischem Inhalt verschickt zu haben. Zum Beispiel am 20. April die Frage „Wer hat denn heute Geburtstag?“ (Adolf Hitler, Anm. d. Red.) oder ein Bild von Hitler mit dem Beisatz „Guter Junge“ und Ähnliches.

Der Prozess steht in Zusammenhang mit einer Verhandlung wegen Wiederbetätigung von letzter Woche, wo sich der Freund des Angeklagten, mit dem er die Nachrichten ausgetauscht hat, vor Gericht verantworten musste. Beide Männer gaben zu, in der Jugend in der rechten Szene gewesen zu sein, jetzt aber nichts mehr damit zu tun zu haben.

Der Angeklagte stimmte zu, die Bilder verschickt zu haben, aber dies keineswegs aus Propagandagründen, sondern aus „Sarkasmus“. Auf die Frage der Richterin, warum er solche Bilder und Nachrichten verschickt, wenn ihm schon dreimal der Account deshalb gesperrt wurde, sagte er: „Ich hätte nicht gedacht, dass mir das eine Anklage einbringt, es war ein blöder Schmäh!“ Auf seinem PC sollen 135 Dateien mit einschlägigen Bildern gefunden worden sein, dazu kamen noch 70 Dateien am Handy. Die Richterin: „Jedes für sich kann man erklären, aber alle zusammen machen ein Bild.“ Der Mann wurde – nicht rechtskräftig – zu 14 Monaten bedingter Haft verurteilt.

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