Regenflaute sorgte für Ernte-Einbußen. Weniger Ertrag bei Getreide und Grünland im Bezirk Wr. Neustadt – für manche Kulturen, wie den Mais, gibt es noch Hoffnung.

Von Kristina Veraszto. Erstellt am 01. Juli 2020 (05:45)
Die Mais-Ernte könnte mit Regen noch gut ausfallen. Am Foto: Landwirt Gerald Lichtenwörther. KV
Die Mais-Ernte könnte mit Regen noch gut ausfallen. Am Foto: Landwirt Gerald Lichtenwörther.

Keine Winterfeuchte und kaum Regen: Das überwiegend trockene Frühjahr ließ die Ernte schrumpfen. Vor allem die Getreideernte hat unter den Temperaturen gelitten. Noch schlimmer traf es aber das Grünland, wie Bezirksbauernkammer-Obmann Josef Fuchs erklärt: „Beim Grünland ist die Lage bisher katastrophal. Durch die Trockenheit gab es nahezu einen Totalausfall des Ersten Schnittes.“ Dieser mache normalerweise den größten Ertrag aus, nämlich 40 bis 60 Prozent der Jahresmenge, so Fuchs. 30 Prozent weniger Ertrag wird es voraussichtlich bei der Wintergerste sowie beim Winterweizen geben, wobei man beim Weizen von einer guten Qualität ausgeht. Diese erhofft sich Fuchs auch beim Grünland: „Durch die Regenschauer der letzten Wochen wird beim Zweiten Schnitt eine quantitativ und qualitativ gute Ernte erwartet.“

Wachsen und gedeihen können durch den Regen derzeit auch Kulturen wie die Rübe, Mais, Erdäpfel und Kürbis. Auch Landwirt Gerald Lichtenwörther will den Teufel nicht an die Wand malen: „Beim Mais kommt es stark darauf an, wie die Sommermonate werden. Wenn es im Juli und August regnet, kann es eine normale Ernte werden.“ Dasselbe gelte für die Sonnenblume. Von einem schwachen Ertrag bei der Wintergerste ging auch Lichtenwörther aus. Seine Ernte fiel aber überraschend gut aus: Bei 6.000 Kilogramm pro Hektar könne man von einem guten Durchschnitt sprechen. Der Zillingdorfer konnte aber rund 7.000 Kilogramm pro Hektar ernten. „Ich kann es mir nicht erklären, ich hätte alles darauf verwettet, dass es weniger ist“, so der Landwirt.

Die Einbußen beim Winterweizen schätzt Lichtenwörther ähnlich wie Fuchs. Einen annähernden Totalausfall vermutet der Landwirt aber vor allem beim Durum, beim Hartweizen, aus dem Teigwaren hergestellt werden. „Der Durum hat sehr unter dem Frühjahr gelitten. Das werden rund 70 bis 80 Prozent weniger sein als sonst.“ Schlechte Nachrichten gab es für Lichtenwörther auch bei den Zuckerrüben.

Der Landwirt kämpfte gegen den Rübenrüsselkäfer an, der sich bei warmen Temperaturen schnell ausbreitet. Im Mai musste er die Zuckerrüben ein zweites Mal ansetzen. Das Geschäft mit den Rüben ist aber schon lang nicht mehr so lukrativ wie früher. Während die Kosten für die Kultivierung steigen, fällt der Preis. „Früher hat man für eine Zuckerrübe 50 Cent bekommen, jetzt bekommt man 28 Cent“, so Lichtenwörther. Mit der andauernden Trockenheit kämpfte auch Anita Beisteiner. Die Lichteneggerin musste im Frühjahr verstärkt gießen, um ihr Gemüse zu retten. Zudem gab es einen Lausbefall. Die derzeitigen Niederschläge lassen aber die Pflanzen wieder wachsen. „Jetzt schaut es gut aus“, so Beisteiner.

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