Schulschluss: Digitaler Unterricht verlief gut. Ein ungewöhnliches Schuljahr ist zu Ende. Die NÖN fragte Direktoren, Lehrer, Schüler und Eltern im Bezirk Wr. Neustadt, wie es ihnen ergangen ist.

Von Kristina Veraszto. Erstellt am 08. Juli 2020 (05:45)
Meisterten das Volksschuljahr am Baumkirchnerring: Marcel, Nadja und Jasmin (v.l.).
Veraszto

„Es war eine sehr herausfordernde Zeit für alle Beteiligten, für Lehrer, Eltern und Kinder“, sagt Maria Zoufal, Direktorin der Volksschule Baumkirchnerring. Bei der Umstellung auf das Homeschooling waren die Lehrer im Dauereinsatz: „Die Arbeitszeit ist bis auf die letzte Minute ausgereizt worden.“ Der digitale Unterricht habe zum Teil gut funktioniert, in manchen Klassen gab es aber auch Probleme. Bei einigen Schülern war mehr Nachfrage und Aufsicht nötig, zieht die Direktorin Bilanz. Für Elternvereinsobfrau Tanja Cachée war besonders die Organisation am Beginn des Homeschoolings ein Problem. Mit der Einführung der App „SchoolFox“ besserte sich die Situation aber. „Da haben die Kinder alle ihre Aufgaben gesammelt bekommen und auch die Menge war in Ordnung“, sagt Cachée.

In der NMS für Wirtschaft und Technik wurden die Schüler, die bei der Abgabe ihrer Aufgaben säumig waren, regelmäßig zu einem Gespräch in die Schule eingeladen, erklärt Direktorin Karin Kaiser: „Damit konnte gewährleistet werden, dass keine Schüler ‚zurückbleiben‘.“ Wenn es zu einer erneuten Schulschließung käme, müssten die Lernplattformen vereinheitlicht und optimiert werden, ist die Direktorin überzeugt: „Aber daran wird im Ministerium intensiv gearbeitet.“

Freude in der NMS für Wirtschaft und Technik: Onmaz Arda aus der 1n-Klasse hat sich trotz der schwierigen Zeit einen ausgezeichneten Erfolg mit lauter „Sehr gut“ erarbeitet. Lisa Urban, Klassenvorstand Verena Beisteiner und Direktorin Karin Kaiser (v.l.). gratulierten.
zVg

Nicht optimal war der Mitte Mai eingeführte Schichtbetrieb, meint HTL-Direktorin Ute Hammel: „Die Schüler brauchen den persönlichen Kontakt zu den Lehrern und auch zu den Freunden und das ist schwierig, wenn die Schüler nur zur Hälfte da sind.“

Für Michael Krebs, HTL-Lehrer in der Abteilung Informatik, haben das Homeschooling und der Wechsel zwischen Präsenz- und Online-Unterricht eines gezeigt: „Österreich braucht flächendeckend schnelle Internetverbindungen. Sozial Schwache müssen einen leistbaren Zugang bekommen, durch Leihgeräte oder Unterstützungen. Das ist eine Investition in die Zukunft.“ Zudem wünscht sich der Lehrer einen besseren Informationsaustausch: „Es wird notwendig sein, die Kommunikation des Ministeriums und der Bildungsdirektion mit den Schulen zu verbessern. Manche Entscheidungen kamen sehr spät und waren nicht sonderlich hilfreich.“

Lob für eine guten Austausch hat Max Velickovic, Schulsprecher am BG Zehnergasse: „Die Kommunikation zwischen Schule und Schülern war trotz der Umstände sehr positiv. Täglich bekamen wir einen ,Schüler-Newsletter‘ von Herrn Direktor Schwarz, in dem er uns auf dem Laufenden hielt. Auch die Klassenvorstände schrieben uns Schülern oft E-Mails und halfen uns.“

Für Direktor Werner Schwarz war die Zeit nach dem Lockdown keine leichte: Wie die NÖN berichtete, gab es einen Coronafall am Gymnasium. Die Situation zeigte aber, dass eine gesamte Schulschließung in Zukunft nicht unbedingt notwendig sein wird, meint Schwarz. Die betroffene Klasse so schnell wie möglich zu isolieren und die anderen Schüler in der Schule zu belassen, könne funktionieren. Und weil der Online-Unterricht insgesamt gut lief, will der Direktor im kommenden Schuljahr diesen zumindest für einen Tag in der Woche beibehalten. Geplant ist, mit den Oberstufenschülern zu starten. „Ich hoffe, dass wir so, wenn wieder etwas passiert, gleich von der Routine weg weitermachen können“, sagt Schwarz.

Eine positive Bilanz zieht er auch in Hinblick auf die Matura. Zwar konnten die Schüler neben den Pflichtfächern nicht in Sportkunde maturieren, doch insgesamt wurde die Reifeprüfung gut aufgenommen. Die Zehnergasse konnte vier weiße Fahnen hissen. Schwarz: „Es war die Matura, mit der wir gerechnet haben.“

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