Sorge um privates Bauland. Grundstückspreise in Stadt und umliegenden Gemeinden nahezu gleich hoch. Ländlicher Bereich ist günstiger.

Von Tanja Barta, Jakob Feigl, Katrin Schinewitz, Julia Binder und Franz Stangl. Erstellt am 21. Juli 2021 (04:59)
OGM

Der sogenannte „Speckgürtel“ rund um Wien wandert immer weiter in den Süden. Das macht sich unter anderem bei den Preisen von Bauland bemerkbar. Im Süden der Buckligen Welt sind die Preise für Baugrundstücke mit rund 35 Euro pro Quadratmeter günstig.

Direkt im Stadtgebiet sind Baulandflächen für Einfamilienhäuser zwar da, aber begrenzt. „Wir haben noch freie Flächen im Bereich der Pottendorfer- und Francesca-Scanagatta-Straße. Es gibt also noch einige Baulücken im Wohngebiet“, sagt Wr. Neustadts ÖVP-Baustadtrat Franz Dinhobl. Der Großteil der freien Flächen liege jedoch in privater Hand. „Und darauf haben wir als Stadt keinen Einfluss“, meint er.

Ob die Quadratmeterpreise im Stadtgebiet noch weiter ansteigen – zwischen 2015 und 2020 stand man laut OGM-Analyse bei 162 Euro pro Quadratmeter – kann Dinhobl nicht sagen, aber: „Wir haben die Grundstücke der Stadt um diesen Preis verkauft.“ Wie hoch die Preise jenes Baulands sein werden, das sich in privater Hand befindet, könne laut Dinhobl nur der Markt entscheiden.

Auch die Gemeinden rund um das Stadtgebiet liegen mit ihren Grundstückspreisen über 100 Euro. Eine der begehrtesten im Bezirk Wiener Neustadt-Land ist die Gemeinde Lanzenkirchen. Alle 14 Tage würde man laut ÖVP-Bürgermeister Bernhard Karnthaler eine Anfrage bekommen, ob Grundstücke frei seien. „Die Gründe sind deshalb gefragt, weil man bei uns günstig lebt, gute Anbindungen hat und ein breites Bildungsangebot“, so der Ortschef. In Lanzenkirchen lagen die Grundstückspreise zwischen 2015 und 2020 bei 139 Euro pro m 2 . Somit könnte man sich mit dem durchschnittlichen Jahresbruttoeinkommen von rund 43.000 Euro ein gut 300 m 2 großes Grundstück leisten.

Bauland ist am Land günstiger

In der südlichen Buckligen Welt sieht die Lage – vor allem preislich – ganz anders aus als rund um das Stadtgebiet. In der Gemeinde Lichtenegg stehen beispielsweise sieben Grundstücke zum Verkauf. Hauptwohnsitzer zahlen für das bereits aufgeschlossene Grundstück 35 Euro pro Quadratmeter. Für frisch Zugezogene wird es allerdings etwas teurer: Die Gemeinde erlässt hier nicht 40 Prozent der Aufschließungskosten. Zudem muss das Grundstück nach spätestens zwei Jahren nach dem Kauf bebaut werden und nach insgesamt fünf Jahren muss das Haus bewohnt sein.

Während in Lichtenegg genügend Bauplätze zur Verfügung stehen, kämpft man in Hochwolkersdorf, trotz niedriger Preise (35 Euro pro Quadratmeter) mit einem Mangel. Hier liegen die noch freien Baugrundstücke ausschließlich in privater Hand, die Gemeinde kann beim Preis somit nicht mitreden. Laut Ortschef Martin Puchegger (Liste „Hoch“) würden viele Grundstücksbesitzer darauf warten, dass die Preise in die Höhe schießen oder die Nachkommen den Grund übernehmen. Probleme bereitet auch der fehlende Bauzwang. „Dieser wurde auch von uns verabsäumt. Es wurde früher nie einer erteilt“, sieht der Ortschef ein Versäumnis der Gemeinde.

In Krumbach wiederum kaufte man kürzlich 17 Baugründe von der Erzdiözese an. „Zehn sind bereits vergeben. Trotz dieser zahlreichen Bau- und Wohnmöglichkeiten sind in Krumbach noch immer Baulandreserven vorhanden“, so ÖVP-Ortschef Josef Freiler. Mit 57 Euro pro Quadratmeter liegt man hier noch immer weit unter dem Wert vom Stadtkern.

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