Sparefroh trifft auf Baby-Elefant. Um Menschenansammlungen zu vermeiden, laden Banken ihre Kunden zu mehreren Weltspartagen bzw. -wochen ein. Die Bewirtung fällt heuer aus.

Von Philipp Hacker-Walton. Erstellt am 21. Oktober 2020 (05:45)
Weingartner-Foto

Der Weltspartag wird zu mindestens einer Weltsparwoche: Um in Zeiten der Corona-Pandemie größere Menschenansammlungen zu vermeiden, wird der traditionelle Weltspartag in diesem Jahr „gestreckt“. Die Bewirtung muss zwar aufgrund der Corona-Bestimmungen ausfallen, die üblichen Angebote und Geschenke gibt es bei den Instituten jedoch wie gewohnt – nur eben an mehreren Tagen: Von 19. bis 30. Oktober bei der Wiener Neustädter Sparkasse und der Hypo Niederösterreich, von 27. bis 30. Oktober bei der Raiffeisenregionalbank und der Bank Austria sowie von 28. bis 30. Oktober bei der Volksbank.

„Dadurch wollen wir gewährleisten, dass es zu keinen Massenaufläufen an diesem einen Tag kommt“, sagt Christian Spitzer, Vorstandsdirektor der Wiener Neustädter Sparkasse. Risikogruppen wie ältere Menschen ab 65 Jahren oder Personen mit Vorerkrankungen sollten besonders vorsichtig sein und Stoßzeiten meiden. Bei der Sparkasse gibt es heuer als kleine Aufmerksamkeit u.a. Bio-Dinkelnudeln aus Bad Erlach. „Wir verzichten auf eine große Feier, laden auch keine Ehrengäste ein“, sagt Gerhard Gabriel, Direktor der Raiffeisenregionalbank Wiener Neustadt. Er lobt im Gespräch mit der NÖN die Kooperation der Kunden bei der Umsetzung von Maskenpflicht, Abstandsregeln & Co.: „Die Kunden sind sehr diszipliniert, das funktioniert gut.“ Für Kinder und Jugendliche gibt es bei der Raika auch heuer Geschenke, „das Geld, das wir einsparen, weil es keine große Feier gibt, spenden wir den örtlichen Feuerwehren“, sagt Gabriel.

Auch bei der Hypo feiert man Weltsparwoche statt Weltspartag: „Wir freuen uns, dass wir so viele Kunden und Freunde begrüßen dürfen, weil wir wissen, dass es nicht einfach ist und der eine oder andere darüber nachdenkt, zu Hause zu bleiben“, sagt Geschäftsstellenleiter Manfred Wicha: „Als regional nachhaltige Landesbank bekommen die Kunden bei uns traditionelle und regionale Geschenke, beispielsweise Mohnöl, Bio-Nudeln und Bio-Popcornmais aus Niederösterreich.“

Bei der Volksbank, verrät Peter Digruber, gibt es heuer u.a. Säfte vom Obsthof Altenriederer in Traismauer: „Geben wird es die nicht nur bis 30. Oktober, sondern so lange der Vorrat reicht.“

Bei der Bank Austria wird es in der Weltsparwoche ebenfalls Geschenke in den Filialen geben. Darüber hinaus werden Weltspartagsgeschenke von der UniCredit Bank Austria an Kooperationspartner wie das SOS Kinderdorf sowie an lokale karitative Organisationen, Kindergärten und Schulen gespendet. Das sind heuer etwa Bienen-Bücher oder Karabiner für Schlüssel oder Trinkflaschen.

Sparbuch bleibt weiterhin beliebt

Was die Sparformen betrifft, zeigt eine Umfrage der Bank Austria, dass das Veranlagen in Wertpapieren weiter zunimmt. „Die Überzeugung, nur so Renditen erzielen zu können, setzt sich weiter durch“, heißt es. Dennoch werden auch klassische Sparprodukte weiterhin genutzt. Das bestätigt Klaus Lehner, Vorstandsvorsitzender der Wiener Neustädter Sparkasse: „Sparen ist bei den Österreichern jetzt noch beliebter, auch wenn die Zinsen mager sind.“ Die Sparquote sei von 165 Euro monatlich im Jahr 2010 auf 272 Euro in diesem Jahr gestiegen. Trotz niedriger Zinsen sei das Sparbuch mit 72 Prozent laut Umfrage der Sparkasse die beliebteste Sparform.

Umfrage beendet

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