Wasser würde fließen im Bezirk Wiener Neustadt

Behörden und Blaulicht-Organisationen schmieden Pläne für den Ernstfall. Wasserversorgung in der Stadt gesichert.

Erstellt am 03. November 2021 | 04:31
Blackout Wr Neustadt
Die Gefahr eines großflächigen Stromausfalls ist selbstredend auch für das Bundesheer ein Thema – in der MilAk ist man auf diesen Ernstfall vorbereitet. Am Foto: Ein großes „Blackout“-Plakat hängt aktuell am Eingang des Akademieparks, im Hintergrund die Burg.
 
Foto: Philipp Hacker-Walton

Im Falle eines Blackouts würden in Stadt und Bezirk gleich mehrere Stellen aktiv werden. Die Stadt selbst etwa beruft den behördlichen Krisenstab ein: Bürgermeister Klaus Schneeberger (ÖVP) und Magistratsdirektor Markus Biffl beraten in diesem Gremium mit Führungskräften des Magistrats, Mitarbeitern seiner Abteilungen – und natürlich Vertretern aller Blaulichtorganisationen.

„Gemeinsam wird an einem detaillierten Blackout-Katastrophenschutzplan gearbeitet.“  Stellungnahme aus dem Rathaus auf NÖN-Anfrage

Neben den regelmäßigen Katastrophenschutzübungen steht die Stadt „laufend in engem Kontakt mit den Einsatzorganisationen sowie dem Zivilschutzverband“, heißt es gegenüber der NÖN aus dem Rathaus: „Gemeinsam wird an einem detaillierten Blackout-Katastrophenschutzplan gearbeitet.“ Eine konkrete Maßnahme daraus wurde bereits umgesetzt: Die Blackout-Vorsorge beim Wasserwerk.

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Damit sind die wnsks „in der Lage, die Bevölkerung bei einem flächendeckenden Stromausfall bis zu zehn Tage mit Trinkwasser zu versorgen“, heißt es aus dem Rathaus. Das geht auch ohne die übliche Stromversorgung, denn: „Die Anlage des Wasserwerks kann autonom betrieben werden, Treibstoff ist in ausreichender Menge gelagert, so wäre die Wasserversorgung gesichert.“

Auf ihre ursprünglichste Form wäre die Freiwillige Feuerwehr im Falle eines Blackouts reduziert, glaubt Feuerwehr-Sprecher Richard Berger. Menschenrettung, Brandbekämpfung, Sachwertschutz und Stromversorgung für kritische Infrastrukturen sieht er dann als Aufgaben der Feuerwehr.

„Anfang des Jahres hatten wir einen Stromausfall von sieben Minuten. Da hatten wir sieben Aufzugsöffnungen, zwei Unfälle und zwei Brandmeldungen zu bewältigen“, erinnert er sich im Gespräch mit der NÖN. Berger rechnet im Falle eines Blackouts mit einer sehr hohen Zahl an Alarmen innerhalb von kürzester Zeit. „Das schwierige wird für uns, so wie für alle Einsatzorganisationen sein, dass wir genügend Personal in die Zentrale bekommen, etwa, weil die Verkehrswege verstopft sein werden“, glaubt Berger. Generell appelliert er an die Bevölkerung, genügend Vorräte für den Ernstfall zu haben.

Beim Roten Kreuz bereite man sich laut Bezirksgeschäftsführer Andreas Birnbauer bereits seit Jahren auf ein Blackout vor. Dem Betrieb des Rettungsdienstes würde auch ohne Strom nichts im Wege stehen. „Wir haben ein Notstromaggregat, eine Photovoltaikanlage, die nur mit Sonneneinstrahlung funktioniert, sowie eine betriebseigene Tankstelle“, erzählt er der NÖN.

„Wichtig ist, dass man die ersten Tage mit dem Essen über die Runden kommt.“ Christian Heger

Beim Zivilschutzverband Niederösterreich bereitet man die Bürger im Rahmen von Infoveranstaltungen in den Gemeinden bereits seit einiger Zeit auf ein Blackout vor. „Wichtig ist, dass man die ersten Tage mit dem Essen über die Runden kommt. Die Behörden brauchen rund 14 Tage, um die Infrastruktur wiederherstellen zu können“, meint Christian Heger, Bezirksleiter des Zivilschutzverbandes Wiener Neustadt-Land.

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