Nach der Quali in Quarantäne. Marcel Rumpler war nach der Teilnahme an der Olympia-Qualifikation in Heimquarantäne. Er erzählt über die letzten zwei Wochen und was er sich dachte, als andere Teilnehmer positiv auf Corona getestet wurden.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 28. März 2020 (17:49)
Marcel Rumpler verwendet den Gartensessel nun als Fitnessgerät.
privat

Am 16. März boxte sich der Wiener Neustädter Marcel Rumpler noch in die nächste Runde der Olympia-Qualifikation. Austragungsort war London. In Großbritannien war da von Ausnahmezustand noch keine Rede, während in Österreich die derzeitigen Maßnahmen schon Realität waren. "Ich habe mir in London die Pressekonferenz mit Bundeskanzler Kurz angeschaut, habe schon gewusst, was los ist", schildert Rumpler im Rückblick.

Schockzustand nach Heimkehr

Doch wirklich begreifen, was ihn nach der Heimreise erwartet, konnte der Boxer da noch nicht. "Wir haben alle so eine Situation ja noch nicht erleben." Am Flughafen gab es als erstes gleich eine Fiebermessung. Erst danach durften die Sportler weiter. Für Rumpler ging es in die Isolation. Die Einkäufe erledigten seine Brüder. Von den Gegebenheiten in der Heimat war der 22-Jährige schon etwas geschockt: "Ich habe dann mitbekommen, dass in Wiener Neustadt eigentlich gar nichts los ist und das auch immer mehr Leute mit Masken rausgehen."

Ohne Vorsicht beim Grüßen

Das war bei der Olympia-Quali noch anders. Da machten sich die Teilnehmer laut Rumpler beim Grüßen und Vorbeigehen keinerlei Gedanken über Körperkontakt und Sicherheitsabstand. Dass genau diese Maßnahmen sinnvoll sind, zeigte sich. Türkische und kroatische Teilnehmer sollen positiv auf Corona getestet worden sein. "Ui, habe ich mit denen Kontakt gehabt?", erzählt Rumpler von seinen ersten Gedanken. Allerdings gab es nur wenige Berührungspunkte. Die Österreicher waren nämlich in einem anderen Hotel als die meisten Nationen untergebracht.

Gesundheit steht über allem

Rumpler ist jedenfalls fit. Die Heimquarantäne ist ausgesessen. Im Training ist er aber natürlich eingeschränkt. Da wird der Gartenstuhl schon einmal zum Fitnessgerät umfunktioniert. Wann es mit der Olympia-Qualifikation weitergeht wird nach der Verschiebung der Spiele auf 2021 erst in den nächsten Wochen entschieden. Dass die Vorbereitungszeit noch einmal verlängert wird, sieht Rumpler mit gemischten Gefühlen: "Ich habe mein Leben so geplant, als wären die Olympischen Spiele heuer. Aber ich möchte dafür auch nicht meine Gesundheit aufs Spiel setzen."