Bezirk Wr. Neustadt: Schnelles Surfen als Ziel. Im Bezirk investierte Bund Förderungen vor allem in die Bucklige Welt.

Von Kristina Veraszto und Franz Stangl. Erstellt am 19. August 2020 (05:45)
Die Gemeinde Wiesmath nutzt jede Möglichkeit, um die Leerverrohrungen unter die Erde zu bringen, wie hier in der Nähe desneuen Blaulichtzentrums.Am Foto (v.l.):Franz Grill, ÖVP-Ortschef Erich Rasner und ÖVP-Vize Hubert Kornfeld.
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Kurze Ladezeiten oder problemloses Musik- und Video-Streaming: Ein Breitbandanschluss macht das schnelle Surfen im Internet möglich. Der Bund hat in den vergangenen Jahren in die Digitalisierung der Gemeinden und Regionen investiert.

Die Breitbandförderung bekam aber in den meisten Fällen nicht die Gemeinde, sondern jenes Unternehmen, das um die Förderung angesucht hat und die Versorgung in der betreffenden Gemeinde zur Verfügung stellt. In NÖ sind es meist die NÖGIG (Landesgesellschaft) und die A1 Telekom Austria AG. So auch in Wiener Neustadt, wo 214.192 Euro vom Bund als Förderung investiert wurden. A1 hat Anfang Mai die Versorgung mit Breitband-Internet deutlich erweitert. Knapp 12.000 Haushalte sind nun an das A1-Glasfasernetz angebunden und erhalten eine schnellere Datenübertragung. Das bereits abgeschlossene Bauvorhaben in der Stadt umfasst 80 neue Glasfaser-Schaltstellen, die mit Glasfaserleitungen an das A1-Netz angebunden sind.

Mehr als 75 Prozent der bewohnten Fläche Wiener Neustadts sind bereits über das Glasfasernetz mit schnellem Breitband-Internet versorgt. Weitere Pläne für den Ausbau hat A1 für die Bereiche Zehnerviertel, Föhrensee und Anemonensee. Der Baustart ist noch für heuer vorgesehen. Die Magenta Telekom hat im Februar ihr Glasfaserkabelnetz in Wiener Neustadt und Umgebung mit einem Upgrade auf Gigabit-Geschwindigkeit erweitert. Der Großteil der Haushalte hat nach dem Upgrade Zugang zu Internetanschlüssen mit einer Datengeschwindigkeit von bis zu einem Gigabit pro Sekunde. Wiener Neustadt zählt mit dieser Einführung zu den ersten Gemeinden Österreichs, die mit Gigabit-Internet versorgt sind, hieß es damals seitens Magenta.

Im Bezirk wurde vor allem in der Buckligen Welt kräftig investiert. Rund zwei Millionen Euro flossen nach Wiesmath, 1,5 Millionen Euro nach Hollenthon und mehr als eine Million nach Hochneukirchen-Gschaidt. Großteils ist es das Verlegen der Leerverrohrungen, mit dem die Gemeinden zurzeit beschäftigt sind. Hollenthons ÖVP-Bürgermeister Manfred Grundtner: „Als in Gleichenbach die Ortsdurchfahrt gemacht worden ist und die ganzen Nebenanlagen, ist überall die Leerverrohrung bis an die Grundstücksgrenze verlegt worden. Auch in Stickelberg beim Siedlungsausbau, in Horndorf und beim Sportplatz oben. Das ist eine große Chance für die Gemeinde, das hat auch mit der Abwanderung zu tun. Wennst ein g’scheites Breitband hast, dass die Leute hier Homeoffice machen können, die dann nur zwei- oder dreimal in der Woche nach Wien fahren brauchen, ist das für uns eine riesengroße Geschichte.“

Rohr braucht zumindest 40 Prozent Teilnehmer

Unisono Wiesmaths ÖVP-Bürgermeister Erich Rasner: „Überall, wo wir Wasserleitung machen, legen wir ja schon mit.“ Zu den wenigen Gemeinden, die bereits jetzt in die Datenautobahn eingebunden sind, zählt die Gemeinde Hochneukirchen-Gschaidt. Hier sind dank der Umsetzung eines Glasfaser-Pilotprojekts bereits 60 Haushalte mit „Fiber to the Home“ an das A1 Highspeed-Breitbandnetz angeschlossen.

Während in anderen Gemeinden der Breitbandausbau bereits im vollen Gange ist, sieht die Lage in Rohr im Gebirge anders aus. Ende Mai wurde bekannt, dass das Land 100 Millionen Euro in den Breitbandausbau für Haushalte investieren will, die besonders peripher liegen. Diese Investitionen sollten den Gemeinden zusätzlich zu den Bundesförderungen zur Verfügung stehen. „Aus unserer Sicht wären wir so ein peripheres Gebiet, wo ein Breitbandausbau dringend erforderlich wäre und wo sich der Ausbau entsprechend aufwendig gestalten würde“, sagte ÖVP-Bürgermeister Christian Wagner in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Deshalb erkundigte er sich bei den zuständigen Stellen, ob ein Breitbandausbau in Rohr möglich wäre. Die Auskunft war jedoch enttäuschend: Da Rohr zu den sogenannten 30 teuersten Gemeinden gehöre, was bedeute, dass sehr wenig Anschlüsse bei sehr großer Leitungslängen vorhanden sind, müsse der Breitbandausbau von der Gemeinde finanziert werden. Eine entsprechende Bundes- bzw. Landesförderung würde es geben, teilte der Ortschef in der Sitzung mit. Ansprechpartner sei die NÖGIG. Mit dieser möchte sich der Gemeinderat nun zusammensetzen, um den Ausbau zu besprechen.

Die Hürde: Wenn es in Rohr zu einem Breitbandnetz kommen soll, müssten sich zumindest 40 Prozent dazu bekennen, dieses auch zu nutzen. „Das heißt, wir haben derzeit 220 Haushalte und bräuchten, damit wir überhaupt infrage kommen, 90 fixe Zusagen von Haushalten, die sich dann verpflichten würden, diesen Breitbandanschluss zu nehmen“, so Wagner.

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