Starker Zusammenhalt, Andrang beim Blutspenden. Die Gemeinden der Buckligen Welt reagieren insgesamt vorbildlich auf die momentane Bedrohung durch den Coronavirus. Viele Hilfsangebote werden bereitgestellt.

Von Franz Stangl. Erstellt am 24. März 2020 (06:03)
GR Gertraud Schwarz und Gastwirt Franz Neumüller unterstützten das Rote Kreuz
privat

„Es war ein Wahnsinn, so eine Solidarität habe ich noch nie gesehn“, kann Gastwirt Franz Neumüller den Ansturm zum Blutspenden am Samstag kaum fassen. Trotz des Risikos einer Ansteckung verzeichnete die Blutspendeaktion des Roten Kreuzes in Kaltenberg einen  Riesen - Ansturm an Spendern. 

Da Blutkonserven auch weiterhin dringend benötigt werden, fand am Samstag  Nachmittag ein Blutspenden des Roten Kreuzes in Kaltenberg / Lichtenegg statt. Obwohl das Gasthaus selbst geschlossen bleiben musste, erklärte sich Gastwirt Franz Neumüller bereit, den Saal mit eigenem Eingang über den Garten, sowie die notwendigen WC - Anlagen für die Veranstaltung zu öffnen.

Obwohl die Situation für die Spender nicht angenehm war - sie mussten bei Schneetreiben und starkem Wind mit dem gebotenen Abstand im Gastgarten warten - war der Ansturm an Spendern so groß wie noch nie. Die Altersstruktur der Spender die sich nicht abschrecken ließen, war breit gestreut - von 3 Erstspendern bis zu über 70 - jährigen waren gekommen. Für etwa 20 willige Spender bestand dann mehr keine Möglichkeit, ihr Blut zu spenden. Die für die „Gesunde Gemeinde“ in Lichtenegg zuständige ÖVP Gemeinderätin Gertraud Schwarz half mit: „Da vom Roten Kreuz auch wer gefehlt hat, waren wir am Limit. Es war fast keine Zeit für eine Pause“. Ständig musste auch auf die Einhaltung des erforderlichen Abstandes geachtet werden. Trotzdem konnten 73 lebensrettende Blutspenden gewonnen werden.   

Zahlreiche Hilfestellungen

Insgesamt reagieren die Gemeinden der Buckligen Welt vorbildlich auf die Bedrohung durch das Coronavirus. Zahlreiche Hilfestellungen werden in den Orten angeboten.

In Bromberg bietet vor allem die Landjugend hervorragende Hilfestellung. Gemeinsam mit der Bäckerei Bernhard bieten sie einen Lieferservice: ÖVP-Bürgermeister Josef Schrammel: „Danke an alle Freiwilligen“. 

In Lichtenegg steht der Bus der Wohnhausanlage „Lichtenegg aktiv“ für einen Lieferservice - vor allem für Ältere -  zur Verfügung: „Es haben sich schon freiwillige Fahrer gemeldet“, freut sich ÖVP-Ortschef Josef Schrammel über die Hilfestellung.

In Hollenthon sieht ÖVP-Bürgermeister Manfred Grundtner seine Bemühungen um eine intakte Nahversorgung bestätigt: „Jetzt haben wir, was wir zum Leben brauchen“. 

„Alles ist ruhig, alle halten sich daran“ stellt der Kirchschlager ÖVP-Bürgermeister Josef Freiler seinen Gemeindebürgern ein gutes Zeugnis aus. Einen Lieferservice gibt es hier ebenfalls über die Gemeinde. Die georderten Lebensmittel werden vor die Türe gestellt, abgerechnet wird dann am Ende des Monats.

Unter dem Motto „Die Kelten helfen zusammen“ stellte die Keltengemeinde Schwarzenbach mit SPÖ-Bürgermeister Bernd Rehberger eine Versorgungs-Gruppe zusammen. Per WhatsApp wird in dieser die Zustellung von Lebensmitteln und Medikamenten koordiniert. Für den Ernstfall hat die Gemeinde bereits mit drei voneinander unabhängigen Krisenteams vorgesorgt. 

Als ‚ungewöhnlich leise‘ bezeichnet Bad Schönaus ÖVP Bürgermeister Feri Schwarz die Situation im Ort. Ein Flugblatt informiert über die Möglichkeiten der Hilfestellung durch die Gemeinde, und ist überzeugt „Gemeinsam schaffen wir das“. 

Dieselbe Meinung bekundet auch Krumbachs ÖVP Bürgermeister Josef Freiler auf der Gemeinde-Homepage. Eine Sonderausgabe der Gemeindenachrichten informiert hier weiters noch ausführlich über alle getroffenen Maßnahmen und Hilfsangebote der Gemeinde.