Lage spitzt sich zu. Abrissbescheid gegen illegale Bauten ist immer noch aufrecht. Magistrat leitete Vollstreckungsverfahren ein.

Von Mathias Schranz. Erstellt am 06. September 2016 (05:26)
NOEN, Schranz

Eine Anzeige im Jahr 2008 (!) hatte den Fall ins Rollen gebracht: In der Kleingartensiedlung Südbahngasse wurden Häuser über die erlaubte „Gartenhaus-Größe“ gebaut, teilweise wurden richtige Wohnhäuser errichtet. Der Magistrat schaltete sich ein, nichts passierte und so wurde ein Abriss- bzw. Umbaubescheid gegen die Bauten der „schwarzen Schafe“ ausgestellt.

Das war im Jahr 2011 – augenscheinlich passiert ist aber bis jetzt, acht Jahre nach der ersten Anzeige, nichts. Zwar war der Fall in den letzten Jahren immer wieder Thema der Stadtpolitik, es gab Bürgerversammlungen, auch die NÖN berichtete mehrmals. Allerdings stehen die betroffenen Häuser nach wie vor.

„Brave“ müssen für schwarze Schafe zahlen

Was die Situation für alle Kleingartenbesitzer am Grundstück schwierig macht, ist, dass alle für die Verfehlungen von wenigen zur Rechenschaft gezogen werden – vor allem, wenn es um Kosten geht. Denn alle Kleingartenbesitzer sind Mitbesitzer der gesamten Liegenschaft.

Seitens des Magistrats wurde den damaligen Eigentümern (25 an der Zahl) mit Bescheid aufgetragen, auf insgesamt vier Parzellen konsenslos errichtete Objekte abzubrechen, rückzubauen bzw. in zwei Fällen um nachträgliche Baubewilligung für Gartenhäuser einzureichen.

Vollstreckungsverfahren eingeleitet

Laut Magistrat sind zwei Zubauten, zwei Gartenhäuser, drei zusammengebaute Objekte im Gesamtausmaß von 89 Quadratmetern auf einer Parzelle und ein Objekt mit zwei Zubauten auf einer Parzelle abzubrechen. Aufgrund des rechtskräftigen Bescheides wurde ein Vollstreckungsverfahren eingeleitet und die Ersatzvornahme angedroht.

Derzeit werden von der Behörde Kostenvoranschläge eingeholt. Nach Vorliegen und Prüfung dieser Kostenvoranschläge ist die Erlassung eines Kostenvorauszahlungsbescheides geplant.