Historienfest zu Lanzenkirchen musste abgesagt werden. Auch Ritter und Knappen müssen in ihren Burgen bleiben. „Custos in Via“ sagt Mittelalterfest ab.

Von Stefan Zehetner. Erstellt am 21. April 2020 (11:48)
Obmannstellvertreter Martin Simroth, Obmann Sascha Tasch und dahinter in schwarz Manuel Simroth beim Einzug ins Lager mit den verschiedenen Gruppen.
zVg

Am 18. und 19. Juli wäre das bereits dritte Historienfest zu Lanzenkirchen über die Bühne gegangen. Leider machte die Corona-Pandemie diesem nun einen Strich durch die Rechnung. Nach Ankündigung der Bundesregierung, alle großen Veranstaltungen bis Ende August zu verbieten, musste auch „Custos in Via“ diesem Folge leisten.

„Es ist sehr schade, aber natürlich keine Frage, diese Entscheidungen der Bundesregierung zu akzeptieren“, sagt Organisator Sascha Tasch, „die Reaktion war überwältigend, vor allem in den sozialen Medien, wo man mich schon vorab immer wieder gefragt hat, was aus unserem Historienfest zu Lanzenkirchen heuer wird. Ich wollte mich noch nicht festlegen, weil ich auf eine Entscheidung der Regierung wartete, nun ist es Gewissheit.“ 

1.500 Besucher bei Fest im Vorjahr

Sascha Tasch, der schon immer vom Mittelalter fasziniert war und auf diversen ähnlichen Veranstaltungen das Lagerleben kennenlernte, brachte dies schließlich auch nach Lanzenkirchen. „Die Gemeinde unterstütze uns sofort“, sagt Tasch, „dafür sind wir sehr dankbar.“

Vor drei Jahren war es dann soweit, dass das Historienfest zu Lanzenkirchen erstmals in seiner Form stattfand. Beim zweiten Fest vor einem Jahr konnten bereits an die 1.500 Besucher verzeichnet werden. Auch heuer hätte man vieles geboten: Sechzehn verschiedene Händler die von Met und Kleidung bis hin zu Glas- und Schmiedewaren angeboten hätten. Dazu hatten sich rund 20 Lagergruppen aus ganz Österreich und dem Ausland angekündigt. „Es wäre sehr schön gewesen, sie alle wiederzusehen“, so Tasch, „in dieser Szene sind derartige Feste und Veranstaltungen eine gute Möglichkeit, auf Gleichgesinnte zu treffen.“

Die Begeisterung in den Worten des Organisators ist nicht zu überhören. Es sei eine richtige Entschleunigung. Man sei in der Natur, lerne, mit einfachen Mitteln auszukommen. Eigentlich genau das Handwerkszeug, das man in einer Pandemie brauchen könnte. „Und das besonders schöne“, so Tasch, „alle sind gleich. Menschen aus allen sozialen Schichten, mit den unterschiedlichsten Berufen, leben gemeinsam ihre Begeisterung für das Mittelalter aus.“ Ein Teil des Erlöses geht stets an bedürftige Organisationen. Heuer war der Tierschutz geplant.

„Wir freuen uns jedenfalls auf das nächste Jahr, wo es wieder ein Historienfest zu Lanzenkirchen geben wird“, sagt Tasch, der die Zeit nutzt und sich neue Gewandung und Gerät für die kommenden Feste herstellt. Eine Verschiebung in den Herbst wurde nicht erwogen, weil die Termine in der Szene bereits feststehen. Von Seiten „Custos in Via“ wollte man keine der bereits bestehenden Termine aushebeln.