Ruthnerturm: Grüne fordern Renovierung & Wiederaufbau. Historischer Turm wurde 2017 abgebaut. Grün-Gemeinderat Andreas Löffler warnt vor Verfall.

Von Büro Wiener Neustadt. Erstellt am 21. April 2020 (11:57)
Der Ruthnerturm wurde 2017 abgebaut
Gruene

Bei der Gemeinderatssitzung gestern, Montag, wurde die Sanierung der "Spinnerin am Kreuz" beschlossen. Wie berichtet, soll die Steinsäule im Walther Vogelweide-Park saniert werden, aufgrund von herabfallenden Teilen ist hier "Gefahr im Verzug".

Grün-Gemeinderat Andreas Löffler begrüßt zwar die Sanierung der "Spinnerin", warnt jedoch, dass auf andere Denkmäler der Stadt vergessen wird: Konkret fordert er die Renovierung und den Wiederaufbau des historischen Ruthnerturms. 

„Dank des Einsatzes der zuständigen Magistratsabteilungen konnten die Kosten von den budgetierten 450.000 auf 300.000 Euro reduziert werden. Das ist sehr begrüßenswert. Außer Frage steht für uns Grüne, dass die Restaurierung der Spinnerin in diesem Jahr passieren soll. Doch die Spinnerin ist nicht das einzige Juwel, das in unserer Stadt erhalten bleiben muss“, so Löffler. 

Grüne-Gemeinderat Andreas Löffler
View/Jennifer Vass

Der „Ruthnerturm“ wurde in den 60er Jahren von Ing. Ruthner entwickelt und gilt als große grüne Innovation. Dank der Senkrechstellung eines Glashauses konnte unter zu Hilfenahme eines Pater Noster Systems der Ertrag von Gemüse enorm gesteigert werden bei geringer Grundfläche. Löffler: „Der Ruthnerturm war auf dem Gelände der ehemaligen Stadtgärtnerei bis 2017 aufgestellt. Im Rahmen des Neubaues des Hilton Hotels wurde dieser abgetragen und eine breite Diskussion entspann sich über die Zukunft des Turms. Der Denkmalschutzverein, die SPÖ, die ÖVP und die Stadtverwaltung selbst haben um den Turm gestritten. Jetzt liegt er zusammengepackt und nicht abgeholt am Areal des alten Schlachthofes und ist nach dem politischen Geplänkel nun liegen gelassen.“

Jetzt gebe es die Möglichkeit, die 150.000 Euro, die bei der Restaurierung der "Spinnerin" gespart werden, für den Ruthnerturm zu nutzen, sagt Löffler. SPÖ-Klubchef Christian Hoffmann, Obmann des Denkmalschutzvereins, widerspricht: "Es hat rund um den Ruthnerturm viele Initiativen gegeben. Die Summe von 150.000 Euro würde um ein Vielfaches überschritten werden, wenn man ihn wieder so herstellen möchte, wie er war. Der Aufwand ist wirklich enorm und ich denke, wir haben in Zeiten von Corona ganz andere Sorgen, denen wir uns zunächst widmen sollten."

Dieses Argument will Grün-Gemeinderat Löffler nicht gelten lassen, "weil es wie bei der Spinnerin auch beim Ruthnerturm Gefahr im Verzug gibt. Wenn er nicht wieder aufgebaut sondern weiter liegen gelassen wird, war es das mit dem Turm“.