„Die Ermittler leisten wirklich super Arbeit“. FALL WASTL / Vorbereitungen für groß angelegte Suchaktion im Wald bei Ofenbach laufen. Ehemann freut über Entwicklungen.

Erstellt am 25. Mai 2012 (16:34)

VON MATHIAS SCHRANZ

WIENER NEUSTADT / Der Fall Heidrun Wastl bleibt ein Kriminalrätsel – und sie selbst noch immer verschwunden.

Trotz der neuen Entwicklungen bleiben viele Fragen weiterhin ungelöst. Denn der Verdächtige 42-jährige Tischler bleibt bei seiner Version, dass Heidrun Wastl bei einem Spaziergang im Wald bei Ofenbach gestürzt und blutüberströmt liegen geblieben sei. Aus Angst sei er daraufhin davon gelaufen und hätte die damals 37-jährige Frau liegen gelassen. Diese Version konnte bisher aber nicht bestätigt werden. Denn eine groß angelegte Suchaktion mit Leichenspürhunden blieb ohne Ergebnis. In Polizeikreisen mehren sich deswegen die Zweifel an der Version des Verdächtigen, dem bisher nicht viel nachgewiesen werden kann. Das weiß auch sein Anwalt Dr. Ernst Schillhammer: „Die Ermittlungen der Polizei laufen, bisher gibt es nur Spekulationen.“ Deswegen werde er sich auch nicht weiter zu dem Fall äußern, sagte er gegenüber der NÖN am Freitag.

Seitens der „Cold Case Einheit“ des Bundeskriminalamts wird jetzt eine größere Suchaktion des betreffenden Waldstückes geplant. Das immerhin 50 Hektar große Grundstück soll in der nächsten Woche gründlich abgesucht werden. Über 10 Jahre nach dem Vorfall wird es allerdings schwierig sein, in dem dichten Mischwald fündig zu werden – falls die Überreste von Heidrun Wastl überhaupt dort liegen. Ein Gerücht, dass der Tischler und die damals verheiratete Heidrun Wastl sein sexuelles Verhältnis gehabt hätten, kann Chefermittler Kurt Linzer gegenüber der NÖN nicht bestätigen: „So etwas wurde niemals ausgesagt.“

Paul Wastl, Ehemann von Heidrun Wastl, sieht die Entwicklungen in dem Fall „äußerst positiv“, bedankt sich auch bei den Ermittlern des Bundeskriminalamts: „Die leisten wirklich super Arbeit, fügen Baustein um Baustein zusammen, bis das Ganze ein Haus ergibt. Dafür möchte ich mich ausdrücklich bedanken.“ Jetzt müsse man die Polizei jedenfalls in Ruhe arbeiten lassen, deswegen wolle er zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht mehr sagen.

Der Verdächtige sitzt seit gestern in Untersuchungshaft.