Kein schwarzer Sternsinger in Lanzenkirchen: Spenden blieben aus

Kein „Mohr“ unter den Sternsingern führt zu Kritik von Bürgern. „Hautfarbe spielt keine Rolle“, sagen die Organisatoren.

Erstellt am 12. Januar 2022 | 05:34
Lesezeit: 1 Min
440_0008_8263873_wrn02sch_sternsinger_lanzenkirchen.jpg
Lanzenkirchner Sternsinger-Team: Marlene Samm, Marlene Kitzmüller, Marleen Wandrasch, Anja Aigner, Philipp Fuchs, Jakob Schebach, Miguel Handler, Stephan Puchegger, Pater Raphael, Mathias Siegl, Lea Graf, Claudia Radax und Julia Radax.
Foto: zVg

Für Ärger unter den Organisatoren der Lanzenkirchner Sternsinger hat die Reaktion einiger Bürger gesorgt. Weil unter den „drei Weisen aus dem Morgenland“ kein „schwarzer Sternsinger“ war, hat es bei einigen Hausbesuchen keine Spende gegeben. Von einigen Lanzenkirchnern sei das als „neumodischer Blödsinn“ abgetan worden, andere sprachen von „vorausschauendem Gehorsam“ wegen einer drohenden Rassismusdebatte.

Diskussionen über den fehlenden schwarzen Sternsinger gibt es in der Gemeinde übrigens nicht zum ersten Mal, auch in den letzten Jahren gab es negative Reaktionen von Bürgern.

Organisiert werden die Lanzenkirchner Sternsinger von der Jungschar. „Das Schminken ist prinzipiell erlaubt und steht den Kindern frei, die Jungschar möchte aber auf keinen Fall Kinder gegen ihren Willen schminken“, heißt es. Denn die schwarze Farbe würde oft Probleme bereiten: Etwa beim Naseputzen, dazu würde die Farbe nach einem Tag unterwegs bei Wind und Wetter überall kleben, manchmal liege es auch an der empfindlichen Haut der Kinder, heißt es seitens der Jungschar. „Zudem sind wir der Meinung, dass die Hautfarbe einfach keine Rolle spielen soll“, sagt Johannes Pokorny vom Organisationsteam.

Die Jungschar investiere jedes Jahr sehr viel Zeit und Energie, um mit immer weniger Kindern ein wachsendes Ortsgebiet abzudecken. „Es geht um den guten Zweck der Spenden und darum, den besuchten Menschen eine Freude zu bereiten. Deshalb ist es sehr schade, dass einige Menschen diese ganze Arbeit nicht sehen und jedes Jahr wieder eine Diskussion über die Gesichtsfarbe der Sternsinger anfangen“, so Pokorny.

Auch in Wiener Neustadt, etwa am Flugfeld, hat es bei manchen Haushalten Unverständnis über den fehlenden schwarzen Sternsinger gegeben. „Spendenverweigerung hat es deswegen aber nicht gegeben“, so Pfarrgemeinderat Hans Machowetz. Im Gegenteil: Für die Flugfeldpfarre konnten über 1.500 Euro gesammelt werden, „die Leute sind sogar beim Autofahren stehen geblieben und haben gespendet“, so Machowetz.