Präsentation: Buch über Tornado. Am 10. Juli 1916 fegte ein Tornado über das Piestingtal nach Wiener Neustadt und zog eine Spur der Verwüstung nach sich.

Von Lisa Stoiber. Erstellt am 03. November 2018 (04:59)
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Musiker Ronald Deppe, Peter Gruber, Alois Holzer, Tatjana Nikitsch (Moderation) und Bodo Hell (v.l.).

Die Autoren Alois Holzer, Peter Gruber und Bodo Hell präsentierten am Mittwoch im Gasthof Schuster ihr Buch „Tornado-Spur ins Heute“. Das Werk liefert neben wissenschaftlichen Fakten eine literarische Annäherung an den großen Tornado 1916 dessen Schadenspfad sich bis nach Wiener Neustadt gezogen hat.

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Der Wirbelsturm zog vom Piestingtal nach Wiener Neustadt, wo er große Schäden anrichtete.

Der Metereologe und Extremwetterforscher Alois Holzer aus Krumbach war der Motor des Buchprojektes und erzählt wie es dazu kam: „Als 10-Jähriger habe ich ein Buch zum Thema Stürme geschenkt bekommen. Seitdem haben mich Tornados nicht mehr losgelassen“, so Holzer. Dass es einen Tornado in Wiener Neustadt gegeben hat, habe er durch Erzählungen gehört. Schließlich wollte er es genauer wissen und initiierte ein Forschungsprojekt ausgehend vom ESSL Institut in Wiener Neustadt.

Der Verlauf des Tornados ging von Peisching bis nach Wiener Neustadt, wo der Tornado noch einmal zulegte und bis zu 380 km/h Spitzengeschwindigkeit erreichte. Das seltene Naturereignis richtete eine Spur der Verwüstung an und forderte 34 Todesopfer in Wiener Neustadt sowie rund 116 Schwerverletzte. Um die hundert Häuser wurden in Mitleidenschaft gezogen. Heute sind die Spuren der Verwüstung kaum mehr zu sehen. Lediglich ein Steindenkmal am Friedhof in Wiener Neustadt erinnert an die Todesopfer.