Rathausuhr zu laut: Mieter klagt Gemeinde. Der Mieter der Gemeindeamtswohnung verklagt die Gemeinde Felixdorf. Grund dafür ist das Läuten der Uhr während der Nachtruhe.

Von Doris Damböck. Erstellt am 14. Oktober 2020 (05:58)
Die Rathausuhr ist für den Mieter der Gemeindeamtswohnung zu laut. Dieser verklagte nun die Gemeinde.
Damböck

Eine nicht alltägliche Klageschrift beschäftigt derzeit die Gemeinde Felixdorf: Schuld ist das viertelstündliche Läuten der neuen Rathausuhr, die auch in den Nachtstunden anschlägt. Sehr zum Unmut von Anrainern, allen voran Johannes Au, der die Wohnung des Gemeindeamtes seit 30 Jahren bewohnt.

„Das Läutwerk läutet Tag und Nacht. Wenigstens während der Nachtruhe von 22 bis 6 Uhr könnte es abgeschaltet werden“, so der Mieter. In den heißen Sommermonaten könne man kaum die Fenster öffnen, weil die Geräuschentwicklung durch das Echo der umliegenden Gebäude sehr hoch sei. Bei geschlossenen Fenstern höre man zwar nichts, doch auch andere Leute stören sich laut Au daran. „Die Uhr hat heutzutage doch keinen praktischen Nutzen mehr, außerdem geht sie im Monat eine Viertelstunde nach“, erklärt er gegenüber der NÖN.

Auf Nachfragen bei SPÖ-Bürgermeister Walter Kahrer bestätigt dieser den Erhalt der Klageschrift: „Die erste Verhandlung ist für den 4. November angesetzt“, alles andere müsse noch geprüft werden. Deswegen wollte er sich dazu nicht weiter äußern.

Die antike Uhr (laut Kahrer um 1900) wurde erst im Zuge der Sanierungsarbeiten vom Gemeindeamt wieder in Gang gesetzt. Diese blieb vor 40 Jahren plötzlich stehen und wurde nicht mehr repariert. Ein Wiener Uhrmacher nahm sich der Sache im Vorjahr an, nahm die Uhr Stück für Stück auseinander, reinigte diese und setzte sie anschließend wieder zusammen. Bei einem Zeitaufwand von einem Monat entstanden dabei Kosten um die 17.000 Euro.