Bakterien: Wasser sollte abgekocht werden. Am Freitagvormittag langte ein Bericht des Trinkwasseruntersuchungslabors bei den Gemeinden Felixdorf und Sollenau ein: In der letzten Wasserprobe wurden coliforme Bakterien nachgewiesen – bis auf weiteres darf das Trinkwasser nur in verlässlich entkeimtem Zustand, etwa nach dreiminütigem Abkochen, konsumiert werden.

Von Carina Pürer und Fritz Hauke. Erstellt am 28. November 2014 (14:29)
NOEN, Erwin Wodicka
„Wir haben umgehend mit umfassenden Informations- und Aufklärungsmaßnahmen in den beiden Gemeinden begonnen“, berichtet Felixdorfs SPÖ-Bürgermeister Walter Kahrer gegenüber der NÖN.

„Alle sensiblen Wasserabnehmer informiert“

Freitag, kurz nach Mittag, ging ein Informationsschreiben an alle Haushalte, zudem erfolgt eine Lautsprecherdurchsage durch die Feuerwehr.

„Mit toller Unterstützung von Bauhof und Feuerwehr, den Mitarbeitern des Wasserwerkes und der Gemeinden funktionierte die Alarmierungskette ausgezeichnet“, so Kahrer weiter, „innerhalb kurzer Zeit waren alle sensiblen Wasserabnehmer wie die Kindergärten, Volksschulen, Neue Mittelschule, Gasthäuser, Restaurants und Kaffeehäuser informiert.“

„In anderem Land wäre das vielleicht gar nicht ausgefallen“

Die beiden betroffenen Behälter wurden am Freitag direkt vom Netz genommen und werden am Wochenende durch die Mitarbeiter des Wasserwerks gereinigt und gespült. Am kommenden Montag werden erneut Proben entnommen. „Wir sind bemüht, so schnell wie möglich wieder eine gewohnt gute Wasserqualität bereitzustellen“, so Kahrer.

Sollenaus SPÖ-Bürgermeister Stefan Wöckl zu der Angelegenheit: „Wir machen alles, was wir sollen und können. Es ist gut, dass es bei uns in Österreich so hohe Grenzwerte gibt – in einem anderen Land wäre das vielleicht gar nicht ausgefallen. Wir haben heute, Freitag, und morgen, Samstag, verlängerten Telefondienst, damit alle Anfragen beantwortet werden können.“

„Hochzone“ von Verunreinigung nicht betroffen

Neben den beiden Bezirk-Nord-Ost-Gemeinden kämpft auch die Marktgemeinde Hochneukirchen in der Buckligen Welt mit coliformen Bakterien.

Trotz kürzlich eingebauter UV-Entkeimungsanlagen in den Hochbehältern informierte die NUA-Umweltanalytik am vergangenen Montag darüber, dass das Wasser derzeit nicht den mikrobiologischen Anforderungen der Trinkwasserverordnung entspreche. Betroffen sind die Ortsnetze Hattmannsdorf und Ulrichsdorf.

„Wir gehen davon aus, dass die nachgewiesenen coliformen Keime und erhöhten Keimzahlen noch eine Folgewirkung der Verkeimung vor dem Einbau der Entkeimungsanlagen sind“, betont ÖVP-Bürgermeister Thomas Heissenberger, dass die Wirksamkeit der Entkeimungsanlagen jedenfalls erwiesen sei, „die Leitungsnetze werden nun wieder gespült, in etwa zwei Wochen dürfte ein neuer Bericht aufliegen.“

Die Liegenschaften der „Hochzone“ – also jene, die direkt über den Hochbehälter Gschaidt versorgt werden – sind von der Verunreinigung nicht betroffen.