Traditionsbetrieb älter als geglaubt. Nach Entdeckung einer Urkunde gibt es für die Tischlerei Halbwachs gleich zwei Jubiläen. Das 80-jährige Bestehen und das 25. Jubiläum zur Übernahme der Tischlerei.

Von Doris Damböck. Erstellt am 31. Juli 2019 (04:42)
Damböck
Andreas Halbwachs vor der Säge in der Werkstatt seiner Tischlerei im 80 Jahre alten Familienbetrieb.

Es war für Tischler Andreas Halbwachs eine Überraschung, als dieser in einer alten Schublade, halb vergessen und verstaubt, eine Urkunde des Großvaters fand. Darauf gratuliert die Handelskammer Niederösterreich im Jahre 1969 zum 30-jährigen Bestehen der Tischlerei.

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Tilda mit Ehemann und Tischlereigründer Johann Halbwachs und dessen Sohn aus anderer Ehe Johann (1976).

Eigentlich glaubte Andreas Halbwachs heuer nur sein 25. Jubiläum zu feiern, doch mit der Entdeckung der Urkunde gibt es ein weiteres Jubiläum des Familienbetriebes. Denn mit dem Dokument gibt es nun die Gewissheit, dass genau vor 80 Jahren die Tischlerei in Felixdorf gegründet worden ist. „Wenn die Urkunde nicht aufgetaucht wäre, wüsste ich gar nichts davon“, so Halbwachs, der die Tischlerei bereits in dritter Generation führt.

"Es gab damals keine Maschinen und es musste alles noch von Hand gemacht werden"

1939 gründete Johann Halbwachs seine Tischlerei in der Hauptstraße 34. Mit 14 Leuten war der Betrieb für damalige Verhältnisse groß. Halbwachs erklärt: „Es gab damals keine Maschinen und es musste alles noch von Hand gemacht werden. Deshalb hatte mein Großvater mehrere Angestellte.“

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Die Urkunde tauchte plötzlich in einer Schublade auf.

Im Jahre 1976 wurde die Tischlerei an dessen Sohn Johann übergeben. Etwa 40 Quadratmeter des Grundstückes wurden an die Volksbank verkauft, die heute noch im Gebäude davor ansässig ist. Die Tischlerei wurde anschließend umgebaut. Der Vater von Andreas Halbwachs hatte nur mehr einen Gesellen und zwei Lehrbuben. Heute ist die Tischlerei ein Ein-Mann-Betrieb, wie Halbwachs es ausdrückt: „Durch die Maschinen ist die Arbeit leichter geworden. Doch die Zeiten für das Handwerk sind allgemein schlecht.“

Auf die Frage der NÖN, ob er gerne einen anderen Beruf gelernt hätte als Tischler, antwortet dieser: „Mir wäre schon was anderes eingefallen, aber im Nachhinein gesehen war es eine gute Entscheidung.“ Die Familie sei sehr stolz nach dessen Meisterprüfung gewesen. Außerdem sei die Arbeit mit Holz schön. Halbwachs‘ Devise lautet: „Keine Arbeit zu groß, keine zu klein, aus Holz muss es sein.“