Ossi Steinbauer: Von der Partymeile in die Wirtschaft. In der Herrengasse war er viele Jahre eine feste Größe – mittlerweile ist Ossi Steinbauer Werksleiter bei Maplan.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 22. März 2020 (05:39)
Oswald Steinbauer, Werksleiter bei Maplan.
zVg

Viele Jahre war er eines der Aushängeschilder des bekanntesten Herrengassen-Lokals: Ex-GMBH-Kellner Ossi Steinbauer, der dank seines Studiums an der FH Wiener Neustadt mittlerweile Karriere gemacht hat.

Der in Weikersdorf aufgewachsene Steinbauer absolvierte die HTL in Wiener Neustadt, entschied sich anschließend für ein Studium der Mathematik. „Auf eigenen Beinen stehen, die Mutter finanziell entlasten, Eigenverantwortung leben, das war ein wichtiger Schritt für alle Lebensbereiche“, blickt er zurück. So managte Steinbauer bereits mit Anfang 20 das Lokal von Gerry Willfurth, kümmerte sich um Einkauf, Buchhaltung, das Personal, waren damals immerhin 14 Mitarbeiter, und um die Planung verschiedenster Veranstaltungen.

Die Mathematik war weit in Wien im Hintergrund. Im Vordergrund stand sein Leben als Partykellner und Lokalchef. „In diesem Lebensabschnitt lernte ich meine heutige Ehefrau kennen und lieben. Elisabeth war ebenfalls Kellnerin in einem benachbarten Lokal und studierte Psychologie.

Diese Beziehung „läuterte“ – das Partyleben rückte in den Hintergrund und eine gemeinsame Zukunft war das erklärte Ziel. „Mein Vorbild war damals der Top-Manager Siegfried Wolf. Um ein guter Manager zu werden, muss man sich in den unterschiedlichsten Themenfeldern zurechtfinden. So kam ich auf das Studium Wirtschaftsingenieurwesen, eine Mischung u.a. aus Technik, Wirtschaft, Recht oder Kostenrechnung“, sagt der nunmehrige Werksleiter des Unternehmens Maplan (Hersteller von Elastomer-Spritzgießmaschinen und Experte für 360-Grad-Systemlösungen) in Kottingbrunn. 2007 startete er den Bachelorstudiengang. An Wochenenden arbeitete er weiterhin als Barkeeper, unter der Woche studierte er intensiv.

Master-Studium und Werksleiter

Am Ende des Bachelor-Studienganges absolvierte er bei der OMV sein Pflichtpraktikum. Von da an hatte ihn die Arbeitswelt gepackt. Ihm war sofort klar, dass er den Master berufsbegleitend weiterführen würde, Jobsuche inklusive.

Dann ging es rasch: Disponent im Auftragszentrum der Firma Maplan. Hand in Hand mit Partnerin, Studium und Gastrojob. „Alles geht, wenn man will“, sagt er. „Der Masterstudiengang Technisches Produkt- und Innovationsmanagement harmonierte perfekt mit meinen Aufgaben. Zu dieser Zeit durfte ich viele Projektarbeiten an der FH praxisnah über Themen bei Maplan abarbeiten. Ich beschloss dann kurzer Hand, meine Tätigkeiten in der Gastronomie zu beenden und meinen Weg in der Wirtschaft zu machen.“

2012 schloss er mit dem Master of Science ab und übernahm zeitgleich die Leitung des Auftragszentrums, Anfang 2013 wurde ihm zusätzlich die Verantwortung des kompletten Einkaufs und Ende 2013 die Bereichsleitung Logistik übertragen. 2014 startete das Projekt Neubau und Betriebsumsiedlung nach Kottingbrunn. Auf einem Areal von 40.000 Quadratmetern wurde eine hochmoderne Fabrik errichtet. 2016 galt es, die Umsiedlung von 200 Mitarbeitern in das neue Headquarter, zu bewältigen.

Kontakt mit der FH ist geblieben

Und auf dieses Projekt ist er besonders stolz, managte er doch von Behördenabläufen bis zur Umsetzung an der Baustelle. Seit 2017 firmiert Steinbauer als Werksleiter in Kottingbrunn. 2019 wurde ihm zusätzlich die Leitung des Werkes in der Slowakei anvertraut, dazu kommen zwei Töchter und ein eigener Weingarten, den er als Ausgleich selbst bewirtschafte. „Für mich ist gelebte Alumniarbeit selbstverständlich. Ich war bei Maplan der erste Mitarbeiter von der FHWN. Von Anfang an habe ich den Kontakt aufrechterhalten, in den letzten Jahren hatte ich dadurch nur in meinem Bereich neun Praktikanten, über zwölf Diplomarbeiten über Maplan und bereits sechs Fixanstellungen von FH Absolventen“, schließt der Manager.