Über Lügen und „alternative“ Fakten in Wiener Neustadt. Stadttheater zeigt „Waldheims Walzer“, eine Analyse der Waldheim-Affäre.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 08. April 2019 (04:31)
Die vermutete Beteiligung Kurt Waldheims an Kriegsverbrechen löste eine internationale Debatte aus.
Ruth Beckermann FP/zVg

„Bestimmt die Vergangenheit die Gegenwart oder sucht sich die Gegenwart eine nützliche Vergangenheit aus?“, stellt Ruth Beckermann die Frage im Film „Waldheims Walzer“.

Die Regisseurin war unter den Aktivisten, die 1986 die Wahl des ehemaligen UN-Generalsekretärs Kurt Waldheim zum österreichischen Bundespräsidenten verhindern wollten. Waldheim war während der NS-Zeit Wehrmachtsoffizier, während seines Wahlkampfes wurden vom Jüdischen Weltkongress Lücken in seiner Kriegsbiografie aufgedeckt.

In Österreich führte das zu antisemitischen Ausschreitungen und zu seiner Wahl. Mit internationalem Archivmaterial und Beckermanns selbst gedrehten Aufnahmen von damals, analysiert der Film den Zusammenbruch des österreichischen „Opfermythos“, erstes Opfer der Nazis gewesen zu sein und zeigt die Mobilisierung hetzerischer Gefühle. Am Donnerstag, dem 11. April, wird der Film im Stadttheater gezeigt. Im Anschluss wird es ein Publikumsgespräch mit der Regisseurin geben.