Wr. Neustadt: Erinnerungen an das Ungarbad

Erstellt am 15. Mai 2022 | 05:18
Lesezeit: 2 Min
Noch während des Ersten Weltkriegs wurde das Bad eröffnet.
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Es war ein Freibad mit viel Charme: Im Jahr 1916 beschloss der Gemeinderat, in der Neudörfler Straße/Ecke Freiligrathgasse ein städtisches Schwimmbad zu errichten, mitten im 1. Weltkrieg wurde mithilfe italienischer Kriegsgefangener eine sogenannte Doppelanlage mit getrennter Männer- und Frauenabteilung, das Ungarbad, gebaut und am 28. Juni 1917 eröffnet.

Erst im Jahre 1927 wurde das Ungarbad zu einem Familienbad. Die Trennung zwischen dem Frauen- und Männerbad wurde aufgehoben. Darüber kam es im Gemeinderat zu heftigen Auseinandersetzungen, da konservative Gemeinderäte dagegen waren. Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Ungarbad schrittweise modernisiert und entwickelte sich zu einem Zentrum im südlichen Niederösterreich. Die Wiener Neustädter Schwimmsportvereine „ATV“ und „Allround“ hatten ihren Sitz im Ungarbad. Ihre Sportler errangen österreichweit zahlreiche große Erfolge. Besonders die Wasserball-Spieler von „Allround“ zählten zu den besten Niederösterreich.

Mit dem Einbau einer Vorwärmeanlage im Jahr 1971 um eine halbe Million Schilling, wurde das Ungarbad zur beliebten Erholungs- und Sportstätte der Stadt. 1994 wurde das Bad zuletzt renoviert. Im Jahr 2007 kam dann überraschend das Aus für das Ungarbad. Laut der Stadt wären kostspielige Reperaturen angestanden, dazu wären die Besucherzahlen gesunken.

Es gab zwar einige Protestveranstaltungen gegen die Schließung des Bades, trotzdem gab es – auch aufgrund der damals kritischen finanziellen Situation der Stadt – keine Rettung mehr. Im Jahr 2012 wurden die letzten Überbleibsel abgerissen, danach wurde dort ein „Betreutes Wohnen“ errichtet.

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