Geheimprostituierte wegen Betrugs vor Gericht. Einblicke in die tragischen Lebensstationen einer dreifachen Mutter hat ein Strafprozess am Landesgericht Wiener Neustadt am Mittwoch gewährt.

Erstellt am 10. Juli 2013 (15:04)
Der 42-Jährigen, die sich als Geheimprostituierte verdingt hatte, wurde u. a. Betrug und Raub an Freiern vorgeworfen. Die Verhandlung gegen die teilweise geständige Frau wurde vertagt.

„Auf dem schnellsten Weg Geld verdienen“ könne sie mit Prostitution, diesen Rat einer Bekannten setzte die Beschuldigte bereits mit 25 Jahren in die Tat um. Der süchtige Vater ihrer zwei Babys hatte sie mit Heroin in Kontakt gebracht. Sie verlor zuerst den Job, dann nahm man ihr die Kinder weg. Der gewalttätige Kindesvater bleib auch nicht lange.

Drogen und Misshandlungen, dann Entziehungskur

Eine neue Liebe und ein drittes Kind brachten auch nicht das ersehnte Glück. Wieder setzte es Schläge und Misshandlungen. Die Frau griff zur Flasche.

Nach einer Entziehungskur schien es aufwärtszugehen. An der Seite eines wesentlich älteren Polizei-Chefinspektors erfuhr die Frau zum ersten Mal so etwas wie Liebe. Bis angeblich gute Freunde die Mutter wieder auf die schiefe Bahn gleiten ließen.

Doch wieder auf die schiefe Bahn

„Attraktive Niederösterreicherin macht überall Besuche, auch für Senioren“. Mit diesem Text gab die Beschuldigte eine Sex-Kontaktanzeige in einer Tageszeitung auf. Vor allem einem Mann, der sich daraufhin meldete, soll der „Spaß“ beinahe seine gesamten Ersparnisse gekostet haben.

Annoncen-"Kunden" hinters Licht geführt

Mehr als 50.000 Euro soll der Mittfünfziger der Geheimprostituierten in nur einem Monat gegeben haben, weil sie ihm vorgegaukelt haben soll, dass sie sich mit dem Geld von ihrem Zuhälter freikaufen bzw. damit ihre Schulden begleichen wolle. Und diesem Gönner soll sie auch noch ein bekanntes Ehepaar vorgestellt haben. Die sollen dem Mann auch noch einmal 78.000 Euro abgenommen haben und saßen deswegen auch auf der Anklagebank.

Einem anderen Mann, der sich während eines Kuraufenthaltes seiner Ehefrau „vergnügen“ wollte, soll sie die Geldbörse mit mehr als 1.000 Euro entrissen haben, ohne dass der Mann auf seine Kosten gekommen wäre, so der Raubvorwurf des Staatsanwaltes. Zwei weitere Freier zahlten ebenfalls, ohne eine Gegenleistung erhalten zu haben.