Geschlossen gegen Müll-Anlage Theresienfeld. Gemeindepolitiker sprachen sich in Sitzung geschlossen gegen Bau der Anlage aus.

Von Bettina Kreuter. Erstellt am 16. Oktober 2019 (15:46)
Franz Balauf
Hier soll die Abfallbehandlungs-Anlage entstehen.

Wenn es um den Schutz der Lebensqualität in der 4.100-Einwohner-Gemeinde Theresienfeld geht, ziehen alle an einem Strang – über Parteigrenzen hinweg. Am Dienstagabend beschloss der Gemeinderat einstimmig eine Resolution an das Land NÖ, in der sich die Mandatare gegen den Bau der Abfallbehandlungs-Anlage aussprachen.

„Unsere Gemeindeeinrichtungen, unsere Vereine und unsere Landwirtschaft sind bedroht. Wir sind eine ölfreie, pestizidfreie, nachhaltige Gemeinde, die auch das Natur-im-Garten-Siegel hat. Unsere Lebensqualität wäre mit dem Bau stark beeinträchtigt“, fasste SPÖ-Bürgermeisterin Ingrid Klauninger zusammen. Besonders stark gefährdet sieht sie das Grund- und Trinkwasser. Das Brunnenfeld der Gemeinde liegt nur 600 Meter entfernt.

„Zu rechnen ist mit Lärm, Schadstoffen, Feinstaub und CO2-Ausstoß“

Bei der Sitzung gab es für die anwesenden Gemeinderäte auch Details zum Projekt: Mit einem Jahresdurchsatz von 500.000 Tonnen Müll wäre die Anlage in Theresienfeld die größte in Österreich. 350 Lkws würden über die B17-Umfahrung zufahren. Geplant ist eine Tankstelle mit 20.000 Litern Diesel.

Gearbeitet soll von Montag bis Freitag, von 6 bis 22 Uhr und Samstag von 6 bis 15 Uhr werden. Sowohl Samstag bis 18 Uhr, als auch Sonntag zwischen 8 bis 18 Uhr sollen Maschinen gewartet werden. „Zu rechnen ist mit Lärm, Schadstoffen, Feinstaub und CO2-Ausstoß. Für die Verpackung von PVC-Abfällen werden Pestizide eingesetzt“, so Klauninger.

Durch die Kosten für Rechtsanwälte und Sachverständige würde der Gemeinde ein finanzieller Schaden entstehen. Der Gemeinderat will eine Umweltverträglichkeitsprüfung, um mehr Mitspracherecht zu haben.

Die Bürgermeisterin betonte, dass die Gemeinde in dieser Causa keinen Fehler gemacht habe. Denn wie auch SPÖ-Vize Wolfgang Reinharter anmerkte, wären die Informationen seitens des Betreibers erst in Verhandlungen gekommen.

Zu einem Knackpunkt in der Genehmigung könnte die Zu- und Abfahrt zwischen B17 und Abfall-Behandlungsanlage werden. Sowohl SPÖ als auch ÖVP stellten hier einen Dringlichkeitsantrag. Beide wurden einstimmig angenommen. Der Weg sei im öffentlichen Gut nicht asphaltiert, nur sechs Meter breit und vor allem für die Landwirtschaft gedacht.

Demonstration für Samstag geplant

„Ein Teilstück von 250 Metern darf aufgrund der UVP zur B17-Umfahrung nicht asphaltiert werden. Es staubt dort stark“, informiert SPÖ-Ortschefin Ingrid Klauninger. Nun soll geprüft werden, ob die Gemeinde die Benutzung untersagen oder eine Gebühr einheben kann. Der ÖVP-Antrag will, dass nur landwirtschaftliche Fahrzeuge unter 3,5 Tonnen dort fahren dürfen.

Für Samstag ist eine Demo geplant. FPÖ-Mandatar Walter Gall bat die Teilnehmer seitens der Gemeinde mit Demo-Material zu versorgen. Dies wurde beschlossen. Abmarsch ist um 10.30 Uhr am Hauptplatz. Die Route führt bis zum Kreisverkehr bei der Tankstelle und wieder zurück.

Dass die Sorge groß ist und über Ortsgrenzen hinweg besteht, zeigten schon die Besucher der Gemeinderatssitzung. Gekommen waren nicht nur Anrainer und Theresienfelder, sondern unter anderen auch Maximilian Neukirchner, Bürgerlisten-Gemeinderat aus Sollenau oder SPÖ-Mandatar Hermann Mocek aus Matzendorf-Hölles.