Kirchschlag/ Wr. Neustadt: Für Räuber eingesetzt. Psychisch kranker Mann bedrohte Tankwart mit Messer: Nun kommt er in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 26. Mai 2021 (03:39)
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Von Zolnierek, Shutterstock.com

Dass das Opfer eines räuberischen Diebstahls bei der Richterin anfragt, ob es dem Täter „Pakete schicken oder sonst irgendwie helfen“ kann, kommt vor Gericht sehr selten vor. Dass es aber passieren kann, zeigte ein Prozess am vergangenen Freitag am Wiener Neustädter Landesgericht.

Vor Gericht ging es um die Unterbringung eines 40-jährigen Mannes, der am 22. Februar diesen Jahres eine Stange Zigaretten in der Tankstelle in Kirchschlag aus dem Regal nahm und damit das Geschäft verlassen wollte. Als ihn der Shop-Mitarbeiter aufhielt, soll der Mann ein Messer gezogen und ihn damit bedroht haben. Der 40-Jährige leidet an Schizophrenie und war zum Tatzeitpunkt daher zurechnungsunfähig.

Finanzielle Probleme als Grund angegeben

Der Mann gab schließlich vor dem Richter an, in finanziellen Nöten gewesen zu sein und als starker Raucher sei es sehr belastend, keine Zigaretten zu haben. Das Messer habe er nur zum Selbstschutz mitgenommen. Er hatte seine Medikamente abgesetzt, „weil die eh nichts bringen“. Der 49-jährige Shop-Mitarbeiter erklärte vor Gericht, dass der Mann das Messer gezogen und gegen ihn gerichtet habe. Er sei ein langjähriger Kunde der Tankstelle und „war bisher immer sehr freundlich“, deshalb wolle er ihm auch helfen, so seine Argumentation.

Da der psychiatrische Sachverständige Manfred Walzl dringend zu einer stationären Behandlung riet, weil derzeit nicht auszuschließen sei, dass der 40-jährige Mann noch mehr Straftaten begeht, wurde dem Antrag auf Unterbringung in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher zugestimmt.