Polizist in Waidmannsfeld überfahren: Strafe für Ehefrau herabgesetzt

Die Strafe gegen eine Frau, die ihren bei der Polizei tätigen Mann im August 2019 auf einem Campingplatz in Waidmannsfeld (Bezirk Wiener Neustadt) unabsichtlich überfahren haben soll, ist vom Oberlandesgericht Wien auf zwölf Monate, davon vier unbedingt, herabgesetzt worden.

Erstellt am 20. Oktober 2021 | 15:12
Symbolbild Gerichtssaal
Symbolbild Gerichtssaal
Foto: shutterstock.com/Nirat.pix

Gerichtssprecher Reinhard Hinger bestätigte am Mittwoch auf Anfrage einen "Heute"-Bericht. Die 57-Jährige hatte ursprünglich wegen grob fahrlässiger Tötung 21 Monate, davon sieben unbedingt, erhalten.

"Mildernd waren der Tod des Ehemannes, der bisher ordentliche Lebenswandel und das Geständnis der Angeklagten zu berücksichtigen. Erschwerungsgründe gab es keine", teilte der Sprecher des Oberlandesgerichts nach der Berufungsverhandlung am Dienstag mit. Bei einem Strafrahmen bis zu drei Jahren wurden die ursprünglichen 21 Monate - mehr als die Hälfte des Strafrahmens - den Angaben zufolge daher als überhöht angesehen.

Der Prozess in erster Instanz - die Geschworenenverhandlung am 29. Juni am Landesgericht Wiener Neustadt - war von der Problematik geprägt gewesen, ob bei dem Vorfall Fahrlässigkeit oder Vorsatz vorgelegen hatte. Die Hauptfrage nach Mord war verneint worden.

Am Abend des 13. August 2019 war der 54-jährige Polizist leblos auf dem Freizeitareal in Neusiedl bei Pernitz in der Gemeinde Waidmannsfeld entdeckt worden. Unter Alkoholeinfluss - sie hatte 0,86 Promille intus - soll die Frau zuvor zu ihrem Pkw gestürmt sein und sich hinter das Steuer gesetzt haben. Was danach folgte, konnte auch durch ein verkehrstechnisches Gutachten nicht restlos geklärt werden. Der 54-Jährige war jedenfalls vom Heck des Wagens erfasst worden, daraufhin gestürzt und war danach vom Auto überfahren worden. Die Beschuldigte hatte dabei ein Rumpeln bemerkt: "Ich habe aber nicht damit gerechnet, dass da mein Mann unter dem Auto liegt."