Erstellt am 18. Juni 2012, 07:54

Handymast regt auf. PROTESTE / Die SPÖ will einen Handyfunkmast neben Schule und Kinderspielplatz errichten – ÖVP und LPL sind dagegen.

 |  NOEN, FRANZ BALDAUF
VON PIA SEISER

LICHTENWÖRTH / Das Thema Handymast sorgte nicht nur in der Gemeinderatssitzung am Dienstag für Aufregung, auch bei der Lichtenwörther Bevölkerung gehen die Emotionen hoch. Die SPÖ stellte einen Dringlichkeitsantrag bezüglich Sendemast. Der eigentlich für den öffentlichen Teil vorgesehene Punkt wurde spontan für nicht-öffentlich erklärt.

Die LPL fühlte sich überrumpelt: „Die SPÖ macht einen Dringlichkeitsantrag, doch keiner hat Informationen“, kritisiert Harry Müllner (LPL). SPÖ-Parteiobmann Wolfgang Paar entgegnet: „Am Dienstag waren zwei Experten vor Ort, um Informationen zu geben.“ Bei der Standortbestimmung des Handymastes, nämlich in der Horitz, neben der Schule, dem Kinderspielplatz und der Kirche, eskalierte die Situation. Alle anderen Fraktionen zogen aus dem Sitzungssaal aus, sodass keine Abstimmung möglich war. ÖVP und LPL sind verärgert, Erich Zettauer (ÖVP): „Nicht der Sendemast ist das Problem, sondern der Standort Horitz ist es.“ Harald Richter (SPÖ), der bei der Telekom arbeitet, erklärt: „Der Grenzbereich der WHO wird im Bereich um ein 10.000-Faches unterschritten. Jeder, der ein Handy trägt, ist schlimmeren Strahlungen ausgesetzt. Und falls einmal rauskommen sollte, dass der Handymast schädlich für die Bevölkerung ist, wird er abgebaut – das hat die SPÖ vereinbart.“

Bürgermeister: „Viele Leute haben kein Netz“

SPÖ-Bürgermeister Manfred Augusztin will auf die Wünsche der Bevölkerung eingehen: „Die Leute kommen zu mir und beschweren sich, dass Internet und Handy nicht funktionieren. Jetzt muss etwas dafür getan werden.“ Über den weiteren Verlauf des Sendemastes soll kommenden Freitag in einer nicht-öffentlichen Sondersitzung bestimmt werden. In dieser Sitzung reicht eine einfache Mehrheit. Die LPL startete bereits eine Unterschriften-Aktion gegen die Errichtung des Sendemastes. Seit Freitag liegt die Unterschriften-Liste in der Trafik Kornfell aus. Zudem wurden Informationszettel verteilt, unter anderem wurde von der LPL auch der SPÖ-Schaukasten beklebt (siehe Foto).


HINTERGRUND
• 2006: Damaliger Bürgermeister Alois Proksch bringt den Handymast erstmals ins Gespräch. Er fordert die Errichtung des Mastes im Betriebsgebiet. Die Ansuchen wurden allerdings von den Handymastbetreibern abgelehnt.

•2007: Der Gemeinderatsbeschluss stand fest. Der Handyfunkmast sollte im Betriebsgebiet errichtet werden, dazu kam es dann allerdings nicht.

•2008: Im Juli setzte sich der damalige SP-Obmann Harald Richter für einen Handyfunkmast ein. Im Dezember war erstmals über den Standort in der Horitz die Rede. Bereits damals war die ÖVP dagegen und forderte einen anderen Standort. Kurz darauf setzte die SPÖ den Punkt überraschend von der Tagesordnung. Begründung: Ungeklärte Themen. Daraufhin wurde über den Standort Feldgasse nachgedacht.