Bezirk Wr. Neustadt: Hoher Bedarf, leere Holzlager

Erstellt am 02. August 2022 | 20:00
Lesezeit: 3 Min
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Der Holzvorrat von Hubert Schwarz wird immer weniger, Neukunden kann er nicht mehr mit Heizmaterial versorgen.
Foto: Franz Stangl
Preise für Pellets und Co. sind um über 50 Prozent gestiegen.
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Ob Pellets, Gas oder Öl – die Vorräte für die kommende Heizsaison werden in den Haushalten der Region gerade aufgefüllt. Während sich beim Heizmaterial für die meisten wenig änderte, sind es vor allem die Kosten, die innerhalb weniger Monate explodierten. Doch das stoppt die Anfrage bei den Heizmateriallieferanten nicht, weshalb die Lagerbestände immer knapper werden.

Wie etwa bei der Firma „Holz Wahl“ in Theresienfeld. Bis Ende August ist das Lager des Unternehmens für ihre Stammkunden gefüllt. Darüber hinaus müssen 90 Prozent der Anfragen von Kunden abgelehnt werden, obwohl die Nachfrage rapide steigt. Laut Geschäftsführer Robert Wahl wird schon seit Februar die dreifache Menge an Brennholz bestellt, momentan erhält die Firma um die 150 Anrufe pro Tag. Auch der Einkaufspreis ist deutlich gestiegen. Brennholz kostet etwa 50 bis 80 Prozent mehr, bei Pellets und Briketts sind es bis zu 120 Prozent. Der Unternehmer rät Kunden dazu, sich schon im Winter bei Holzlieferanten zu melden, damit das Heizmaterial rechtzeitig geliefert werden kann.

Gratis Heizmaterial für Armutsgefährdete

„Holz Wahl“ beliefert abseits seiner Kunden aber auch die Initiative „Holz mit Herz“. Ins Leben gerufen wurde diese, um von Armut betroffene Menschen kostenlos mit Heizmaterial versorgen zu können. „Wir haben uns schon einiges an Kontingent gesichert. 33 Raummeter Holz und über sieben Tonnen Brikkets sind bereits für uns reserviert“, erzählt Obmann und ÖVP-Gemeinderat Robert Pfisterer. Der Preisanstieg ist jedoch deutlich spürbar: „Es ist um 50 Prozent teurer geworden. Unterstützt werden wir aber Gott sei Dank von unseren Sponsoren.“

Stammkunden können noch versorgt werden

Ebenfalls schwierig ist die Lage bei Waldbesitzern aus der Buckligen Welt, die ihren Holzbestand als Brennholz verkaufen. Einer der Scheitholzanbieter ist Hubert Schwarz aus Hollenthon: „Die Nachfrage ist extrem hoch. Vor allem im städtischen Bereich. Die Kundschaften fragen jetzt schon an, ob sie das Holz im Winter dann auch kriegen.“ Das derzeit gefragteste Produkt ist kurz geschnittenes Brennholz. Während Stammkunden noch bedient werden, wird es für neue Holzkunden von Hubert Schwarz eng: „Ich habe jetzt nichts mehr. Für meine Kundschaften habe ich welches gehabt, und jetzt ist es aus. Die Preise sind hier trotz der starken Nachfrage noch erschwinglich. Je nach Länge des Transportwegs zwischen 100 und 130 Euro pro Schüttmeter.

Auch bei der Arbeiterkammer in Wiener Neustadt steigen die Anfragen rund um die Heizkosten. „Unsere Kammerspitze hat schon lange vor dieser Krise auf Lösungen hingewiesen“, betont Bezirksstellen-Leiter Gerald Pahr. Mit der AK-Broschüre „Richtig heizen – richtig lüften“ wolle man außerdem verschiedenste Tipps zum Sparen von Heizkosten unter die Leute bringen.

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