Satelliten-Antrieb geht in Serienproduktion . Enpulsion investiert 600.000 Euro, künftig kann pro Tag ein Antrieb für Satelliten gefertigt werden.

Von Philipp Hacker-Walton. Erstellt am 16. Juni 2018 (04:26)
Ben Leitner
Mit Mantel, Haarnetz und Handschuhen im Enpulsion-Labor: Nationalratsmandatar Hans Rädler, Andreas Geissler (Bereichsleiter der Forschungsförderungsgesellschaft), Josef Aschbacher (Direktor der Europäischen Weltraumagentur ESA) und Enpulsion-CEO Alexander Reissner.

Gerade einmal zehn mal zehn Zentimeter groß ist der Nano Thruster. Doch in dem kleinen Ding steckt jede Menge Hightech – und über 15 Jahre Forschungs- und Entwicklungsarbeit.

Mit dem Antriebssystem für Micro- und Nanosatelliten hat das junge Neustädter Unternehmen Enpulsion, das sich aus der Forschung an der FH entwickelte, einen Nerv getroffen: „Statt einem großen werden heute hundert kleine Satelliten ins All geschossen“, sagt Enpulsion-CEO Alexander Reissner zur NÖN. „Diesen Trend haben wir früh erkannt und nun einen großen Vorsprung auf dem Markt.“

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Der IFM Nano Thruster wird nun in Serie produziert.

Aus der ganzen Welt kommen Anfragen für den Antrieb, eine US-Tochter wurde bereits gegründet. Im Rahmen der ersten Austrian Space Cooperation Days an der FH vergangene Woche wurde die Serienproduktion feierlich eröffnet: Mit einer Investition von zunächst 600.000 Euro kann jetzt am Stadtrand von Wiener Neustadt jeden Tag ein Antrieb (Verkaufspreis: ab 30.000 Euro) produziert werden. Ab 2019 sollen es dann 500 Stück pro Jahr sein.

ÖVP-Nationalrat Hans Rädler zeigte sich bei einer Führung beeindruckt: „Es ist unwahrscheinlich toll, was hier produziert wird. Was einst mit der Erprobung von Flugzeugen begann, wird mit innovativer Raumfahrttechnik fortgesetzt.“