Erstellt am 29. August 2011, 00:00

Hohe Wand: Steinböcke sind zum Abschuss frei. IM VISIER DER JÄGER / Derzeit gibt es rund 60 Steinböcke auf der Hohen Wand, neun dürfen jetzt geschossen werden.

Auf der Hohen Wand haben sich die Steinböcke stark vermehrt. Jetzt dürfen neun geschossen werden. FRANZ BALDAUF  |  NOEN
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VON MATHIAS SCHRANZ

BEZIRK WIENER NEUSTADT / Wanderern und Kletterern sind die Tiere längst keine Unbekannten mehr. Denn die Steinböcke auf der Hohen Wand haben die Scheu vorm Menschen längst abgelegt, „sie wurden nie bejagt“, begründet Bezirksjägermeister Werner Spinka. Der Population der Tiere hat das freilich gut getan. Im Jahr 2003 waren drei Tiere aus einem Gatter entkommen, 2009 zählte man bereits 40 Tiere, jetzt schätzt man die Zahl auf 60 Steinböcke. „Für das Areal sind es viel zu viele Tiere, es gibt große Verbiss- und Trittschäden“, meint Spinka.

Dazu soll es zwischen Mensch und Tier auch zu gefährlichen Situationen kommen: Etwa durch losgetretenes Gestein, das auf Kletterer fällt, der Bezirksjägermeister erinnert sich dazu an einen kuriosen Fall, wo ein Steinbock auf den Hund eines Wanderers losging. Deswegen wurde von den Bezirkshauptmannschaften Wiener Neustadt und Neunkirchen jetzt ein Abschussbescheid erteilt, dem ein Natura 2000-Gutachten vorausging. Insgesamt dürfen von den Jägern bis 31. Dezember neun Tiere geschossen werden: Drei Böcke, drei Geißen und drei Kitze.

„Vier Pfoten“ gegen  Steinbock-Abschüsse

Kritik zur Abschussverordnung kommt von der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“, die Steinböcke seien ein Touristenmagnet geworden, Abschüsse würden große Empörung in der Bevölkerung hervorrufen. „Zuerst muss ein Fütterungsverbot her. Wenn es wirklich zu viele Tiere werden, dann kann man mit uns jederzeit über eine Umsiedlung reden“, sagt Geschäftsführerin Johanna Stadler.

Bezirksjägermeister Werner Spinka kann den Umsiedelungsplänen nur wenig abgewinnen: „Lebendfallen sind im Steilgelände schwierig, die Aktion wäre dazu sehr teuer. Würde man die Tiere betäuben, könnten sie sich bei den Stürzen schwer verletzen.

Bezirksjägermeister Spinka: „Umsiedelung wäre viel zu aufwendig und außerdem teuer.“

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