Zu viele Besucher: Tiere weichen zurück. Die vielen Gäste auf der Hohen Wand sorgen nicht nur für Stau: Sie kommen vielfach auch dem Wild viel zu nahe.

Von Doris Damböck. Erstellt am 10. Februar 2021 (04:12)
Die Steinböcke ebenso wie das Rotwild haben sich aufgrund des Rummels zurückgezogen.
Robert Herbst/Naturpark Hohe Wand

Für die Jagdsaison 2020 wurden die Abschussvorgaben der Bezirkshauptmannschaft auf der Hohen Wand beinahe vollständig erfüllt. Dabei sind 18 Steinböcke für den Reduktionsabschuss verfügt worden, um einer Übervölkerung auf der Hohen Wand entgegenzuwirken.

Die Genossenschaftsjagd Maiersdorf kam auf acht Stück, musste aber ein Fallwild verzeichnen, während die Genossenschaftsjagd Stollhof sechs Stück erlegte. Der aktuelle Bestand des Steinwilds liegt laut BH Wr. Neustadt zwischen 40 und 50 Stück. „Zwischen Jägerschaft, Grundeigentümer und der BH wird seriös miteinander kooperiert, um Zielbestände zu erhalten“, so die BH Wr. Neustadt.

Die Abschusszahlen des Schwarzwilds seien laut Bezirksjäger und stellvertretendem Landesjägermeister Werner Spinka noch nicht ausgewertet. Die Tiere auf der Hohen Wand sind scheu und mögen keinen Lärm. Die Besucherströme seit dem Ausbruch der Pandemie seien gerade im Winter für die Tiere sehr stressig.

„Es ist unglaublich, was sich da abspielt. Niemand hält sich an die Hinweistafeln“, so Spinka und meint damit das Betretungsverbot, welches 200 Meter um die Fütterungszone besteht. Man merke gerade beim Rotwild, dass es sich untertags zurückziehe. „Die Tiere sind nachtaktiv geworden. Bei Tageslicht und in der Dämmerung lassen sie sich nicht mehr blicken.“ Denn Lärm und Trubel ist eine enorme Belastung für die Tiere, der Stresspegel ist dann um ein Vielfaches erhöht. Weil sich das Wild dadurch ständig im Fluchtmodus befindet, kostet das sehr viel Energie. „Wenn Rotwild flüchtet, läuft es bis zu drei Kilometer weit.“ Spinka appelliert deshalb an alle Besucher der Hohen Wand, sich an die Ausschilderung zu halten und den Tieren Ruhe zu gewähren.