Unfall: Florianis über Verhalten von Lenkern verärgert. Nach dem Unfall eines Badener Lenkers auf der Südautobahn, in den in der Folge zwei Lkw und drei Pkw verwickelt waren, hatte die FF Wiener Neustadt massiv mit rücksichtslosen Autofahrern zu kämpfen.

Von Redaktion NÖN.at. Erstellt am 04. Februar 2021 (16:00)

"Frontal kollidierte heute ein Badener Autolenker mit einem Lkw der ASFINAG, der als Absicherungsfahrzeug vor einer Autobahnbaustelle abgestellt war. In Fahrtrichtung Wien kam es vor der Autobahnabfahrt Leobersdorf zu der Kollision, bei der insgesamt drei Pkw und zwei Lkw beteiligt waren", berichtete die FF Wiener Neustadt am späten Donnerstagnachmittag in einer Aussendung.

Vier Betroffene seien vom Roten Kreuz vor Ort betreut worden, zwei mussten verletzt in verschiedene Krankenhäuser gebracht werden. Besonders ärgerlich für die Feuerwehr waren aber einige "Unbelehrbare".

"Als Einladung für Spaziergang interpretiert"

Der Autofahrer mit seinem Mercedes mit Badener Kennzeichen war laut Aussendung der Feuerwehr "gegen 12.40 Uhr ungebremst mit einem zur Absicherung einer Baustelle abgestellten ASFINAG-Lkw samt Anhänger" kollidiert.

Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Wagen quer über die Fahrbahn geschleudert, er touchierte dabei zwei weitere Pkw und einen Lkw. Der Mercedes und der Absicherungsanhänger wurden dabei weitgehend zerstört. Die angefahrenen Fahrzeuge wurden in unterschiedlichem Ausmaß beschädigt.

Die anwesenden Kräften der Asfinag setzten sofort die Rettungskette in Gang und leisteten Erste Hilfe. "Aufgrund der massiven Zerstörung des Mercedes gingen die Anzeiger davon aus, dass der Lenker schwer verletzt in seinem Auto eingeklemmt war", so die Feuerwehr.

Die FF Wiener Neustadt rückte innerhalb kürzester Zeit nach der Alarmierung zur Menschenrettung aus. "Die Zufahrt zur Einsatzstelle gestaltete sich für die Einsatzkräfte als schwierig und gefährlich. Immer wieder tauchten zwischen den zur Rettungsgasse geformten Fahrzeuge Fußgänger auf, welche die unfreiwillige Pause auf der Autobahn scheinbar als Einladung für einen Spaziergang interpretierten", ärgerte sich die Feuerwehr in ihrer Aussendung.

Rettungsgasse "durch Belehrungsresistente verstopft"

Die Rettungsgasse sei auch immer wieder "durch Belehrungsresistente verstopft" worden, "sodass ein Vorankommen für die letzten Einsatzfahrzeuge erst wieder möglich war, nachdem sich der Stau durch Öffnen der Totalsperre etwas aufgelöst hatte".

Im Stau kam es zudem zu einem Auffahrunfall, bei dem auch ein Lkw beteiligt war. Hier musste die Feuerwehr jedoch nicht tätig werden.

"Glücklicherweise war der Lenker des weißen Mercedes nicht eingeklemmt. Er konnte sich nach dem Eintreffen des Rettungsdienstes noch selbst aus dem Unfallwrack befreien, wurde aber aufgrund seiner Verletzungen sofort ins Landesklinikum Baden abtransportiert", berichteten die Einsatzkräfte der FF Wiener Neustadt. Drei weitere Beteiligte wurden vor Ort vom Roten Kreuz betreut, eine Person musste nach der Erstversorgung ins LK Wiener Neustadt gebracht werden.

Nachdem die Verletzten versorgt waren und die Autobahnpolizei die Unfallstelle freigegeben hatte, wurden die Unfallfahrzeuge nach und nach abtransportiert.

Während die Asfinag selbst den schwer beschädigten Anhänger und den Lkw barg, erfolgte der Abtransport des anderen beschädigten Lkw direkt vor Ort durch ein Privatunternehmen. Der dazu angeforderte Schwerlast- Abschleppwagen musste die ca. zwei Kilometer lange Strecke von der Autobahnauffahrt Leobersdorf gegen die Fahrtrichtung zurück schieben, um den Unfallort zu erreichen.

Die Feuerwehr Wiener Neustadt führte die Fahrzeugbergung der beiden fahruntüchtigen Pkw durch. Beide Fahrzeuge wurden anschließend in der Nähe der Autobahnabfahrt gesichert abgestellt. Der dritte Pkw konnte die Fahrt selbstständig fortführen.

Während der Bergungsarbeiten war die Autobahn in Fahrtrichtung Wien immer wieder komplett gesperrt. Die Folge war ein kilometerlanger Stau, welcher bis zur Autobahnraststätte Föhrenberg reichte.

Die Freiwillige Feuerwehr Wiener Neustadt appellierte in ihrer Aussendung an die Autolenker, sich nicht selbst in Gefahr zu bringen:

"Das Verlassen des eigenen Fahrzeuges während eines Staus und vor allem das Betreten der Rettungsgasse stellt eine lebensgefährliche Gefahr für das eigene Leben sowie für die anfahrenden Einsatzkräfte dar. Außerdem wird darum gebeten, die Rettungsgasse auch nach dem Passieren eines Einsatzfahrzeuges offen zu halten, da jederzeit weitere Einsatzkräfte sowie Fahrzeuge des Straßenerhalters oder Abschleppfahrzeuge folgen können. Konzentrieren Sie sich bei der Vorbeifahrt an einer Unfallstelle außerdem auf den Verkehr vor Ihnen und eine möglicherweise geänderte Spurführung. Das Filmen und Fotografieren von Einsatzstellen kann zu einer gefährlichen Ablenkung führen, die Sie und die Einsatzkräfte gefährdet. Außerdem ist es gesetzlich verboten!"