Tote Pferde: Polizei wird nicht ermitteln. Vor einigen Wochen verstorbene Quarter Horses wurden untersucht – Vergiftung kann nicht ausgeschlossen werden.

Von Victoria Schmidt. Erstellt am 29. November 2018 (04:03)
Princess Whizgun
privat

Eine Stute, ihr einjähriges Fohlen und ihr ungeborenes Fohlen waren vor sechs Wochen qualvoll verendet. Wie die NÖN berichtete, waren sie gemeinsam mit den sechs anderen Pferden der Familie Abdou auf der Weide, als ihre Symptome auftraten. Den Pferden konnte trotz sofortigen Eingreifens des Tierärzteteams rund um Bernhard Samm nicht mehr geholfen werden, sie verendeten innerhalb kürzester Zeit auf unerklärlich dramatische Art und Weise.

Während die Mutter-Stute „Princess Golden Gun“ eine Stunde lang kämpfte, war die einjährige „Princess Whizgun“ binnen zehn Minuten tot. Samm erklärte damals auf Anfrage der NÖN: „Wir können momentan nur mutmaßen, dass es sich um eine Vergiftung handelt, es wurden weiterführende Untersuchungen angeordnet.“

Princess Whizgun und Princess Golden Gun (r. mit Ina Abdou) verendeten qualvoll. Die genaue Todesursache bleibt ungeklärt.
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Die toten Pferde wurden daraufhin in Wien pathologisch untersucht. Dort wurde letztlich festgestellt, dass es Merkmale gibt, die nicht zu einem natürlichen Tod passen; es könne aber nicht auf eine bestimmte Substanz geschlossen werden, die das Ableben verursacht hat. Abschlusskommentar der Pathologie: „Eine Vergiftung kann nicht ausgeschlossen werden.“

Seitens der Polizei heißt es, laut Gutachten deute derzeit nichts auf Fremdverschulden hin. Daher werde es auch keine weiteren Ermittlungen mehr geben. „Für eine Ermittlung braucht es ein Delikt“, so Polizeisprecher Heinz Holub. Wenn die Familie durch weitere Untersuchungen zu anderen Ergebnissen käme, könne wieder über eine Ermittlung gesprochen werden.

Um festzustellen, was die genaue Todesursache war, bräuchte es aber eine Untersuchung in einem Speziallabor in München. Die Kosten müsste gänzlich die Familie tragen, sie seien jedoch nicht abschätzbar, weshalb die Familie diesen Schritt nicht gehen wird, so Ina Abdou, die mit „Princess Golden Gun“ auf zahlreichen Turnieren erfolgreich war.

Die Enttäuschung darüber, dass der Fall vermutlich niemals aufgeklärt werden wird, mache sie sprach los.